Gesund und schön mit Kokosöl

Kokosöl, ist dieser Tage buchstäblich in aller Munde – das vermeintliche Wundermittel ist nicht nur gesund, sondern eignet sich wunderbar zur Unterstützung beim Abnehmen und verleiht jeder Speise eine exotische Note. Eine Gesundheits- und Schönheitsfördernde Wirkung soll das Allroundtalent ebenfalls haben. In Asien ist Kokosöl bereits seit mehreren Jahrhunderten in ständiger Verwendung. Es soll nicht nur die innerliche Schönheit stärken, sprich den Körper fit und gesund halten, sondern kann Ihrem Aussehen einen echten Beauty-Boost verleihen und eignet sich in vielfältiger Verwendung für die Körperpflege. Eine Vielzahl hochwirksamer Inhaltsstoffe hat das Produkt auch hierzulande zu einem absoluten „Alltime-Favourite“ erhoben. Kokosöl ist in vielfacher Ausprägung, als Nahrungsergänzung, Beauty-Produkt und sogar als Heilmittel in Apotheken zu finden. Auf zahlreichen Blogs wird über die geniale Wirkung des Superfoods berichtet. Doch ist Kokosöl tatsächlich so gesund?

Warum ist Kokosöl so gesund?

Die Kokosnuss zeichnet sich durch eine hohe Konzentration an Nährstoffen aus. Sie besteht zu etwa 35 Prozent aus Kokosöl. Wie gesund Kokosöl tatsächlich ist, entscheidet die Qualität der Kokosnuss. Ob manche Palmen mehr Nährstoffe als andere enthalten, auf besserem Boden wuchsen oder mehr Sonne hatten, ist jedoch schwer zu beurteilen. Ein hochwertiges Produkt, das in angemessenem Maß als Ergänzung herkömmlicher Fette verwendet wird, ist definitiv gut für die menschliche Gesundheit. Die Qualität des Endproduktes ist zu einem erheblichen Teil von der Herstellungsart abhängig. Durch den hohen Laurinsäuregehalt wirkt das Produkt antibakteriell, stärkt das Immunsystem und bezwingt Pilze, Viren und Bakterien. Mittelkettig gesättigte Fettsäuren kann der Körper schnell aufnehmen und direkt in Energie transferieren. Zudem wirkt das Laurin entzündungshemmend und senkt den Cholesterinspiegel. Die Annahme, der Wirkstoff würde das Risiko eines Herzinfarktes verringern, ist als spekulativ zu betrachten. Neben dem großen Anteil an Laurinsäure machen Myristin-, Palmin-, Caprin-, Capryl- und Ölsäure das Superfood komplett. Im Gegensatz zu anderen Fetten besteht Kokosöl, ähnlich wie tierische Produkte auch, zu einem erheblichen Teil aus gesättigten Fettsäuren. Das natürlich hergestellte Kokosöl enthält zudem Mineralstoffe, Vitamine und Magnesium.

Welche Arten von Kokosöl gibt es?

Kokosöl – aus natürlicher Erzeugung, Foto: Bigstock (c) http://www.bigstock.com/PhotographyFirm/164834792

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natives Kokosöl: wird aus zerkleinertem Fruchtfleisch der Kokosnuss hergestellt. Das Produkt kann kaltgepresst sein und ist naturbelassen. Nativ bedeutet, dass das Endprodukt mittels schonender, mechanischer Verfahren gewonnen und nicht weiterverarbeitet wurde. Natives Öl ist daher gesünder als Kokosfett. Es ist nicht raffiniert, fraktioniert, deodoriert oder gebleicht. Kokosöl besteht zu 90 % aus ungesättigten Fettsäuren und wird oft zum Braten und Frittieren verwendet.

Bio Kokosöl: das „Bio“ Zertifikat wird nur dann ausgestellt, wenn das Produkt dem Kontrollsystem für ökologischen Landbau unterstellt ist. Dann wird es mit dem Logo (das grüne Blatt) versehen. Hier kann man sich sicher sein, dass das Produkt rein biologisch erstellt wurde, was bedeutet, dass keinerlei Pestizide verwendet wurden und keine chemischen Zusatzstoffe enthalten sind.

Kaltgepresstes Kokosöl: Die Art der Kaltpressung ist entscheiden für die Qualität des Produktes. Mittels mechanischer Pressmaschine wird die Kokosnuss zerdrückt, und dadurch das Öl vom Pflanzengewebe getrennt. Kaltgepresst heißt nicht, dass das Produkt bei niedriger Temperatur entsteht. Die Pressung kann durchwegs Temperaturen bis weit über 100 Grad erreichen die aufgrund der Reibung entstehen.

Was muss bei der Auswahl beachtet werden?

Kokosöl ist nicht zu verwechseln mit dem industriell gefertigten Kokosfett, das Sie im Kühlregal eines jeden Supermarktes finden. Kokosfett ist hitzebehandelt und geschmacksneutral. Machen Sie nicht den Fehler, zu einem industriell hergestellten und durch Zusatzstoffe haltbar gemachten, kostengünstigen Produkt zu greifen. Kokosöl ist in vielfältigen Herstellungs- und Qualitätsstufen erhältlich. Wichtig ist, dass das Öl nicht raffiniert, desodoriert oder gar gebleicht wurde, was gleichzeitig bedeutet, dass das Öl nicht über 40 Grad erhitzt wurde. Da die Schale der Kokosnuss aus wertloser Cellulose besteht, sollte man darauf achten, dass das Produkt nicht aus voller Nuss gepresst wurde. Das Öl ist, wenn es nicht aus dem reinen Fruchtfleisch gewonnen wird weniger reichhaltig. Der Zusatz „nativ“, „kaltgepresst“ und/ oder „aus biologischem Anbau“ kann als Garant für ein gesundes, reichhaltiges Produkt gewertet werden. Kokosöl wird auch des Öfteren mit Palmöl verwechselt. Palmöl stammt von den Früchten der Ölpalme und ist so wie das Kokosöl auch, geschmacksneutral. Das Problem in Bezug auf Palmöl ist die Tatsache, dass für den Anbau zahlreiche Felder im Regenwalde gerodet werden müssen. Kokosöl findet man meist in Form einer durchsichtigen, cremigen Paste in diversen Supermärkten (Billa, Merkur), Bio-Läden und Drogerie Märkten wie beispielsweise dem DM Markt. Kokosöl muss NICHT im Kühlschrank aufbewahrt werden, so wie Butter, sondern bei Zimmertemperatur.

Hilft das natürliche „Allround-Talent“ beim Abnehmen?

Obwohl Kokosöl mit einem Kalorienwert von 110 pro Teelöffel mit anderen Fetten gleichgestellt ist, soll es eine positive Auswirkung auf den Kalorienverlust haben. Wie lässt sich Kokosöl in den Täglichen Ernährungsbedarf integrieren. Es eignet sich zum marinieren von Fleisch uvm. Ersetzen Sie einen Teelöffel herkömmliches Fett durch einen TL Kokosöl – die Kilos werden purzeln. Der Grund, warum dieses Wundermittel den Fettverbrennungsprozess beschleunigt, ist laut Wissenschaft in den Mittelkettigen Fettsäuren zu finden. Da diese wasserlöslich und leicht verdaulich sind, gelangen sie schnell in die Leber und können dort sofort abgebaut werden. Insgesamt wirkt sich die Verwendung von Kokosöl positiv auf den Energiehaushalt des Körpers aus und kann somit das Ziel, Körpergewicht zu verlieren, beschleunigen. Mittelkettige Fettsäuren lassen den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe schießen. Dass sich der Körperfettanteil bei Personen, die von normalen Fetten auf Kokosöl umsteigen verringert, ist laut Studien wissenschaftlich belegt. Kokosöl soll den Stoffwechsel anregen und Übergewicht reduzieren. Ob dies auch auf einen längeren Zeitraum zutreffend ist, weiß man allerdings nicht. Zu beachten ist, dass weiterhin genügend Energie verbrannt werden muss, damit der Körper die vermeintliche Energiezufuhr nicht in Fettdepots umwandelt. Ein sparsamer Umgang mit dem Produkt ist daher in jedem Fall anzuraten. Kokosöl in der Nahrung sorgt für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Ersetzen Sie herkömmliche Öle durch Kokosöl und unterstützen Sie Ihre Diät durch eine Low-Carb Ernährung.

Bulletproof-Coffee als Energiespender und Frühstücksersatz

In Amerika, genauer gesagt in Hollywood ist der sogenannte Bulletproof-Coffee derzeit buchstäblich in aller Munde. Dabei handelt es sich um eine Art Kaffee mit Kokosöl und Butter, der so satt machen soll, dass man den restlichen Tag nicht mehr allzu viel Hunger hat. Bei einer Tasse mit ca. 235 Kalorien muss es das auch. Dies sei somit das neue Wundermittel im Kampf gegen lästige Fettpölsterchen, die sich nach dem Winter ganz gerne bemerkbar machen. Expertenmeinungen zu diesem Thema sind vielfältig. Die Kaffeekreation ist besonders bei Anhängern der Paleo-Diät sehr begehrt. Während die einen von der zusätzlichen Energiezufuhr profitieren, berichten andere davon, trotzdem Hunger zu haben. Wer es gewohnt ist zu frühstücken wird Probleme haben seine Gewohnheit schlagartig auf das Bulletproof-Prinzip umzustellen. Da jeder einzelne Mensch anders auf solch eine große Fettzufuhr reagiert, sollten Sie es langsam angehen und vorerst mit einer geringen Menge an Fett beginnen. Menschen, die viel Sport machen und trainieren, ernähren sich auch meist von Kokosöl. Es ist sehr gesund und unterstütz den Muskelaufbau.

Kokosöl und Körperpflege – wie passt das zusammen?

Sagt spröden Lippen und rauen Hautstellen den Kampf an! Besonders zur Pflege von Haut und Haaren findet Kokosöl häufig Verwendung, da es Feuchtigkeit spendet und natürlichen Glanz verleiht. Da es schnell in die Haut eingeht und dort länger verweilt als herkömmliche Feuchtigkeitscremes wird es als wahres Anti-Aging-Mittel bezeichnet. Die mittelkettigen Fettsäuren besitzen die Fähigkeit schnell in die Kopfhaut einzugehen, um dem Haar Kraft und natürlichen Glanz zu verleihen. Hier kommt erneut die Laurinsäure zum Einsatz, welche Haarausfall vorbeugt. Dem Produkt wird zudem die Wirkung, die Haut gesünder und jünger aussehen zu lassen, zugesprochen. Kokosöl eignet sich sowohl als natürlicher Sonnenschutz als auch zur Linderung von Sonnenbrand. Bei Hautproblemen wie beispielsweise Akne kann Kokosöl zur Verbesserung beitragen. Das Ausmaß des Heilungseffektes ist allerdings vom jeweiligen Hauttyp abhängig. Wer Natürlichkeit mag kann Kokosöl zur Entfernung von Augen-Make-up verwenden – das Ergebnis ist verblüffend. Wer mit dunklen Augenringen zu kämpfen hat, sollte regelmäßig ein paar Tupfer Kokosöl auf die Haut auftragen und leicht einmassieren. Diese sind bereits nach ein bis zwei Stunden verflogen. Beugen Sie Schwangerschaftsstreifen vor. Wenn Sie Ihren Bauch bereits in der Schwangerschaft täglich mit Kokosöl einreiben werden lästige Schwangerschaftsstreifen ausbleiben. Auch wenn Sie erst nach der Geburt Ihres Kindes damit beginnen werden sich diese schnell zurückbilden. Trockene Haut hat bei einer regelmäßigen Anwendung mit Kokosöl überhaupt keine Chance. Auch zur Entfernung von Make-up eignet es sich erstaunlich gut.

Mädchen mit Kokosnuss, Foto: Bigstock (c) http://www.bigstock.com/Tatyaby/159549536

Die heilende Wirkung von Kokosöl

Auch in Punkto Mundhygiene soll Kokosöl wahre Wunder wirken. Den Mund ein paar Minuten lang mit einem Teelöffel Kokosöl durchzuspülen, schützt vor Karies und Zahnfleischentzündungen, bekräftigt den Erhalt weißer Zähne und bekämpft Mundgeruch. Laut einer Studie Irischer Forscher soll Kokosöl Bakterien im Mund angreifen. Den Mund mit einem Teelöffel Kokosöl durchzuspülen, wird Ihnen fiese Krankheitserreger in Zukunft vom Leib halten. Kokosöl wird ebenso Tieren verabreicht, die Gefahr laufen Wurmbefall zu haben. Hunde und Katzen, die regelmäßig mit Kokosöl eingerieben werden, wirken auf Zecken, Flöhe und Milben abschreckend. Ein angenehmer Nebeneffekt davon ist ein gepflegtes, glänzendes Fell. Kokosöl ist auch sehr wirksam bei jeglicher Art von Pilzinfektionen.

Kokosöl hat eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel. Die Wahrscheinlichkeit einer Herzkrankheit kann damit verhindert werden. Bei Demenz und Parkinson kann eine Zufuhr von Kokosöl eine Besserung bewirken. Bei Krebs ist Kokosöl ebenfalls förderlich da es das Immunsystem entlastet und entzündungshemmend wirkt.

Richtige Ernährung mit Kokosöl

Über mehrere Jahrzehnte wurden uns von der Speiseölindustrie Rapsöl, Sojaöl und Co. schmackhaft gemacht. Auf Kokosöl wurde dabei total vergessen bzw. das Produkt war mit negativen Eigenschaften behaftet. Kokosöl eignet sich wunderbar zum Backen und Kochen. Es ist zudem perfekt geeignet für eine cholesterinbewusste Ernährung. Hochwertiges Kokosöl gilt als echter Power-Geheimtipp und kann ohne Bedenken auch roh, beispielsweise in Form von Brotaufstrich, als Salatdressing oder Butterersatz verzehrt werden. Zum Braten von Fleisch und Fisch eignet sich das Produkt ausgezeichnet, allerdings ist der leicht süßliche Geschmack bestimmt nicht jedermanns Sache. Auch für vegetarische Gerichte, in Kombination mit Tofu oder Gemüse erfreut es sich höchster Beliebtheit. So kann man in kurzer Zeit eine leichte, gesunde und ausgewogene Mahlzeit zubereiten. Ob Suppen, Soßen oder Curry – Kokosöl kann für alle exotischen Gerichte verwendet werden. Geschmacklich hält sich das Öl beim Kochen dezent im Hintergrund. Als eines der bekanntesten Rezepte mit Kokosöl gilt der „kalte Hund“. Dabei Handelt es sich um eine Art Schichtkuchen.

Mit Kokosöl leichter durchs Leben gehen

Ob durch die Verwendung von Kokosöl tatsächlich eine anhaltende, gesundheitliche Besserung möglich ist, sei dahingestellt. Tatsache ist jedoch, dass durch den Kokosnuss-Hype erneut das Pflichtbewusstsein der Menschen, sich bewusster und gesunder zu ernähren, ins Gedächtnis gerufen worden ist. Kritische Stimmen, darunter auch Ärzte, raten davon ab, Kokosöl zu verwenden. Dies liegt an den gesättigten Fettsäuren, die darin enthalten sind, welche angeblich die Arterien verstopfen. Das Argument ist jedoch Wissenschaftlich nicht erwiesen. Bei Ernährungswissenschaftlern gilt das Produkt als gesund. Kokosöl soll auch für eine Massage wunderbar geeignet sein. Zu diesem Zweck sollten Sie natives Kokosöl verwenden, da es einen angenehmen Duft verströmt.

Weiterführende Informationen:

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