Die Geburt – Geburtsanzeichen, Geburtsvorbereitung

Die Geburt ist eines der prägendsten und emotionalsten Ereignisse im Leben einer Frau, daher sollten Sie auf diesen Tag bestens vorbereitet sein. Was an diesem Tag geschieht oder gesprochen wird, vergessen viele Frauen ihr Leben lang nicht. Je nach Art der Geburt erholen sich Frauen schnell oder weniger schnell nach den Strapazen einer Geburt. Eine schöne Geburt zu erleben kann für jede Frau etwas völlig anderes bedeuten. Während sich die eine die interventionsfreie Hausgeburt wünscht, ist eine andere mit einem Kaiserschnitt am glücklichsten. Hier kommt es stark darauf an welche Erfahrungen die Frau in der Vergangenheit bereits gemacht hat. Hormone sowie das eigene Schmerzempfinden sind hierfür ausschlaggebend.

Geburtsvorbereitung

Endlich hat es mit dem Kinderwunsch geklappt! Nun gilt es einige Dinge zu bedenken. Wahrscheinlich hatten Sie während Ihrer Schwangerschaft schon Zeit, sich zu informieren und wissen bereits viel über das Thema Schwangerschaft, Baby und die Zeit nach der Geburt. Eine umfangreiche Geburtsvorbereitung ist in jedem Fall ein Vorteil für Sie und verschafft Ihnen Sicherheit. Die meisten Frauen freuen sich gegen Ende der Schwangerschaft bereits so auf Ihr Baby, dass Sie den Zeitpunkt der Geburt kaum erwarten können. So entwickelt sich mit der Zeit auch eine positive Einstellung der Geburt gegenüber. Es ist bestimmt auch kein Fehler sich den Kreißsaal einmal vor der Geburt anzusehen.

Mutter packt eine Reisetasche für den Tag ihrer Geburt.

Für den Tag der Geburt Ihres Kindes sollten Sie früh genug eine Tasche mit frischer Kleidung und persönlichen Dingen packen. Foto (c) bigstockphoto.com/198672682/Natalia Deriabina

Was Sie für die optimale Geburtsvorbereitung benötigen? Hier finden Sie eine Checklist, mit den wichtigsten Dingen:

  • Bücher zum Thema Schwangerschaft – je mehr Sie sich mit dem Thema auseinandersetzen, umso besser wird es Ihnen gelingen, diese Phase mit all ihren Höhen und Tiefen zu meistern
  • Eine Hebamme: nehmen Sie Kontakt zu einer Fachkraft auf – das schafft Vertrauen und ein gutes Gefühl für den Tag der Geburt
  • Mutter-Kind-Pass: bekommen Sie vom Arzt bei Ihrer ersten Schwangerschaftsuntersuchung
  • Geburtsvorbereitungskurs: der wöchentliche Austausch mit schwangeren Frauen, die sich in der gleichen Lage befinden wie Sie, gibt Ihnen Kraft und Mut
  • Für den Geburtstermin brauchen Sie: Bücher und Zeitschriften, MP3-Player, Fotoapparat, Kuscheldecke, ein langes T-Shirt bzw. Schlafkleidung zum Wechseln, warme Hausschuhe
  • Da man nie genau wissen kann, wann das Baby auf die Welt kommt, sollten Sie die Tasche mit wichtigen Utensilien für den Geburtstermin bereits 3-4 Wochen im Voraus gepackt haben

Geburtsvorbereitungskurs

Geburtsvorbereitungskurse, meist von Hebammen geleitet, dienen schwangeren Frauen, um sich auszutauschen. Die meisten Schwangeren beginnen den Kurs in der 25. Schwangerschaftswoche. Hier werden mögliche Gebärpositionen und Hilfsmittel besprochen. Der Geburtsvorbereitungskurs ist gut und wichtig, ganz besonders für Frauen die zum ersten Mal schwanger sind. Der Austausch mit Frauen, die gerade dasselbe durchmachen wie Sie, ist meist sehr aufschlussreich und verbindet. Mögliche Kursinhalte sind:

  • Information zum Ablauf der Entbindung und möglichen Komplikationen
  • Ernährung und Sport in der Schwangerschaft
  • Dammmassage
  • Erprobung von Atemtechniken, Entspannungsübungen
  • Maßnahmen bei Schwangerschaftsbeschwerden
  • Möglichkeiten der Schmerzlinderung während der Geburt
  • Wichtige Infos für die erste Zeit mit Baby (Wochenbett)
  • Stillberatung
Werdende Mutter bei der Geburtsvorbereitung

Beim Geburtsvorbereitungskurs lernen werdende Mütter richtig zu atmen. Foto (c) bigstockphoto.com/107343824/Kasia Bialasiewicz

 

Geburtsanzeichen – lernen Sie die Zeichen richtig zu deuten

In den letzten Tagen vor der Geburt ist die Vorfreude auf die Ankunft des neuen Erdbewohners meist riesengroß. Die Aufregung steigt ins Unermessliche und besonders die Mutter ist aufmerksam, was Ihren Körper betrifft. Nicht immer macht sich die Geburt eindeutig bemerkbar. Wenn dem so ist ist das definitiv kein Grund zur Panik. Viele Kinder machen es sich im Bauch der Mama noch mal so richtig gemütlich bevor Sie das Licht der Welt erblicken. Mehrere Tage über dem Geburtstermin sind hier keine Seltenheit.

Ablösung des Schleimpfropf

Eines der eindeutigsten Anzeichen dafür, dass die Geburt Ihres Kindes unmittelbar bevorsteht, ist die Ablösung des Schleimpfropfs. Dieser hat die Funktion, Ihre Gebärmutter vor dem Eintritt unliebsamer Keime und Bakterien zu schützen. Wenn sich Ihr Körper auf die Geburt des Babys vorbereitet löst sich der Schleim und kurze Zeit später beginnen die Wehen einzusetzen. Danach geht es meist sehr schnell, es kann aber durchaus auch mehrere Tage dauern.

Einsatz der Wehen

Geburtswehen gelten als ziemlich sicheres Anzeichen einer einsetzenden Geburt und werden vom Hormon Oxytocin gesteuert. Es gibt jedoch auch sogenannte Vorwehen, welche lediglich den Zweck erfüllen, die Gebärmutter zu trainieren, nicht aber die Geburt einleiten. Bei den Wehen vor der Geburt handelt es sich um starke Kontraktionen der Gebärmutter. Diese dauern zwischen 30 und 60 Sekunden und gelten im Allgemeinen als höchst Schmerzhaft.

Die Geburt

Die klassischen Anzeichen dafür, dass es mit der Geburt endlich los geht ist das Platzen der Fruchtblase und das Einsetzen der Wehen. Bei den Wehen handelt es sich um das Zusammenziehen der Gebärmutter. Dabei treten Schmerzen im Bereich von Bauch, Leiste, Schambein und Kreuz auf. Viel früher ist bereits das Senken des Kinderkopfes erkennbar. Danach verspüren Sie häufig einen starken Druck auf Ihre Blase. Von der ersten Wehe bis zur endgültigen Geburt des Kindes vergehen meist mindestens 13 Stunden. Oft beginnt die Geburt auch mit einem Blasensprung. Dieser löst eine Sogwirkung am Kopf des Kindes aus. Wenn die Wehen in Abständen von 5-8 Minuten kommen, heißt es schleunigst ab ins Krankenhaus!

Eröffnungsphase

Die Geburt wird durch Eröffnungswehen angekündigt. Diese Phase dauert meist am längsten.  Diese werden von Übergangswehen abgelöst, wo der Muttermund bereits bis zu 10 Zentimeter geöffnet ist. Es folgen die Presswehen. Die Wehen treten im Abstand von 5 bis 20 Minuten auf. Ihr Körper beginnt nun bereits schmerzlindernde Hormone auszuschütten.

Austreibungsphase

Wenn die letzten Zentimeter des Muttermundes geöffnet sind, beginn die Austreibungsphase. Diese ist mit einer Dauer von ca. 2 Stunden deutlich kürzer, als die Eröffnungsphase. Bei den sogenannten Presswehen empfindet die Schwangere einen extremen Druck auf den Enddarm. Die Frau muss kräftig mithelfen bei einer der Pressewehen dem Druck nachzugeben und das Kind Richtung Scheidenausgang zu befördern wo es dann alsbald auf die Welt kommen wird.

Nachgeburtsphase

Die Nachgeburtsphase beginnt, wie der Name bereits verrät, nachdem Ihr Baby geboren ist. Hier kommt es zur Abnabelung des Kindes und zum Ausstoßen der Plazenta. Die Gebärmutter zieht sich zusammen und es kommt erneut zu Wehen, die jedoch nicht schmerzhaft sind. Erst wenn der Mutterkuchen vollständig entfernt ist, ist die Geburt vollständig abgeschlossen.

Tipps für eine schöne Geburt

Positive Einstellung

Sowohl Mutter als auch Kind sind körperlich für eine Geburt geschaffen. Auch wenn Sie Angst haben und wissen, dass eine schwere Hürde zu meistern ist, sollten Sie versuchen, positiv gestimmt zu sein. Wenn Sie die Geburt als Herausforderung ansehen und mit dem Ziel diese gut zu meistern an das Ereignis herantreten, wird bestimmt alles gut werden.

Die richtigen Geburtshelfer

Junge Mutter bereitet sich auf die Geburt Ihres Kindes vor.

Junge Mutter bereitet sich auf die Geburt Ihres Kindes vor. Foto (c) bigstockphoto.com/206303926/Kzenon

Die Geburt ist ein sehr persönliches, intimes Ereignis, das Kraft und Vertrauen von einer Frau fordert. Da sie vorher nicht wissen können, wie es Ihnen bei der Geburt geht, hilft es Ihnen bestimmt Menschen um sich zu haben, denen Sie vertrauen können und die wissen, wie sie in schwierigen Situationen am besten zu handeln sind. Wählen Sie ein Krankenhaus, in dem Sie sich wohlfühlen.

Natürlichkeit und Geduld

Wenn Sie sich in der Umgebung sicher fühlen fällt es Ihnen auch leichter mit erschwerenden Umständen wie beispielsweise großen Schmerzen umgehen zu können. Je weniger Einflüsse von Außerhalb die Geburt beeinflussen, umso schwieriger wird es. Eine aufrechte Stellung ist deshalb zu empfehlen, weil dem Baby der Weg durch den Muttermund erleichtert wird. Die Schwerkraft trägt ebenso ihr Positives dazu bei.

Geburtsarten

Die meisten werdenden Mütter wünschen sich eine natürliche Geburt – nur ganz wenige wählen freiwillig die Variante Kaiserschnitt. Die natürliche Geburt ist deshalb so erstrebenswert, da die meisten Frauen an Schicksal glauben und denken, das Baby sollte es sich selbst aussuchen, wann es auf die Welt kommt. Für Mutter und Kind ist das auch der gesündeste Weg.

Spontangeburt

Wie der Name bereits verrät, ist die Spontangeburt jene Art der Geburt, die von alleine losgeht, ohne, dass zusätzliche Medikamente den Einsatz der Wehen unterstützten. Auch zusätzliche Hilfsmittel, wie Saugglocke oder Zange, sowie geburtshilfliche Operationen (Kaiserschnitt) sind davon ausgenommen. Die Eröffnungsphase dauert zwischen 10 und 12 Stunden. Der Muttermund öffnet sich in dieser Phase bis zu zehn Zentimeter. Dies ist notwendig damit der Kopf des Säuglings durchpasst. Es ist nicht immer möglich eine Spontangeburt durchzuführen.

Ambulante Geburt

Bei der ambulanten Geburt wird das Baby im Krankenhaus geboren. Meist darf die Mutter bereits am Folgetag oder je nach Verfassung schon nach wenigen Stunden wieder nach Hause gehen. In gewohnter Umgebung und im Kreise der Familie gelingt es der Mutter meist schneller mit der neuen Situation vertraut zu werden. Es ist schön, jemanden um sich zu haben, der Ihnen mit der Hausarbeit ein wenig unter die Arme greift und Ihnen kräftigende Mahlzeiten ans Bett bringt. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihren Eltern pflegen, laden Sie sie doch zu Ihnen ein!

Mutter küsst Baby.

Diese Mutter freut sich über die Geburt Ihres neugeborenen Babys. Foto (c) www.bigstockphoto.com/141851834/Inna Astakhova

 

Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt kommt meist zum Einsatz, wenn eine natürliche Geburt nicht möglich ist. Das Kind kommt hierbei nicht durch die Scheide auf die Welt, sondern wird durch einen operativen Eingriff aus Bauchdecke bzw. Gebärmutter herausgenommen. Das Einleiten eines Kaiserschnitts kann vielfältige Ursachen haben:

  • Geburtsstillstand
  • Das Baby bekommt zu wenig Sauerstoff
  • Wenn sich der Mutterkuchen ablöst
  • Starke Blutung der Mutter
  • Probleme mit der Nabelschnur

Die Mutter steht hierbei unter (Voll)Narkose und bekommt meist einen Kreuzstich. Es gibt auch Fälle, wo bereits im Vorfeld ein geplanter Kaiserschnitt festgelegt wird:

  • Probleme während der Schwangerschaft
  • Erkrankung der Mutter oder des Kindes
  • Wenn die Mutter schon mehrere Kaiserschnitte hatte
  • Querlage des Kindes
  • Mutterkuchen der vor dem Muttermund liegt
  • Vorzeitige Lösung des Mutterkuchens von der Gebärmutterwand

Ein Kaiserschnitt auf Wunsch ist jene Variante, wo keinerlei medizinische Gründe dafür vorliegen.

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