Rauchen in Österreich – Hot or not?

Ein Blick in die EU zeigt, dass viele EU-Länder mittlerweile wirksame Methoden gefunden haben, den Konsum von Zigaretten einzudämmen. In Österreich sieht jedoch anders aus, denn hierzulande rauchen nach einer Studie der OECD 29% der Mädchen und 25% der Jungen im Alter von 15 Jahren regelmäßig. Damit liegt Österreich an der Spitze der OECD-Länder. Doch was treibt die Jugendlichen an und warum hat das Rauchen hier nach wie vor ein verhältnismäßig gutes Image? Genau diesen Fragen widmet sich unser Ratgeber, der zudem auch die Rechtslage zum Rauchen in Österreich erklärt.

Wie sieht das Image des Rauchens bei Jugendlichen in Österreich aus?

Im Gegensatz zu anderen Ländern wie Deutschland, in denen das Rauchen mittlerweile eher ein „Schmuddel-Image“ hat, gilt es in Österreich nach wir vor als „cool“, zur Zigarette zu greifen. Es ist fast ein Ritual und Abenteuer, um sich von der eigenen Kindheit abzunabeln. Die individuellen Gründe sind dabei sehr vielschichtig, wie in einem Artikel der Praschl Motivforschung erläutert wird. Dazu gehören:

  • Zigarette als Imageträger
  • Marken helfen bei der Abgrenzung der eigenen Individualität
  • Rauch-Ritual als Kick
  • Beschäftigung für nervöse Hände
  • Geschmack
  • Wirkung des Nikotins
  • Wunsch der Gewichtsreduktion

Dazu kommt, dass sehr viele Jugendliche heute in einer Rauchumgebung aufwachsen, denn rund 33% der österreichischen Bevölkerung sind Raucher. So sind Kinder dem Rauch in der elterlichen Wohnung, im Auto oder auch in Restaurants und Bars ausgesetzt.

Wie verhält es sich mit der Rechtslage in Österreich?

Nichtraucherschutz

Wo darf noch geraucht werden?

Die rechtlichen Regelungen zum Nichtraucherschutz sind im Tabakgesetz festgehalten. Dort heißt es in §12,13 und 14, dass

  • in Räumen die für Unterrichts- und Fortbildungszwecke, Verhandlungszwecke und schulsportliche Betätigung genutzt werden,
  • in Räumen öffentlicher Orte und
  • in den der Verabreichung von Speisen oder Getränken dienenden Räumen der Gastronomie.

grundsätzlich nicht geraucht werden darf. Es gibt für die Gastronomie allerdings Ausnahmen:

  • In Lokalen mit mehreren Räumen darf ein wird ein sogenanntes „Raucherzimmer“ einrichten. Dieses darf maximal 50% der Plätze umfassen und nicht den Hauptraum der Gaststätte darstellen. Zudem muss sichergestellt werden, dass der Rauch nicht in die anderen Gasträume ziehen kann.
  •  Lokale mit einer Gesamtgröße von höchsten 50 m² können frei entscheiden, ob dort geraucht werden darf oder nicht. Dies muss von außen jedoch klar erkennbar sein.
  • Wenn baurechtliche oder sicherheitsrechtliche Einwände gegen eine Raumteilung bestehen, können sogar Lokale bis zu einer Fläche von 80 m² komplett als Raucherlokal eingerichtet werden.

In Tabaktrafiken, Privatwohnungen und auf freien Flächen darf hingegen auch weiterhin geraucht werden.

Wie kann Jugendlichen der Nikotinentzug gelingen?

rauchen aufhören

Aufhörbereitschaft der Jugendlichen

Um mit dem Rauchen aufzuhören, müssen Jugendliche zunächst erkennen, dass der Genuss von Zigaretten ein Problem darstellt. Leider haben Hinweise auf gesundheitliche Probleme in der Zukunft keinen Effekt auf die Aufhörbereitschaft der Jugendlichen gehabt. Erfolge aus anderen Ländern zeigen, dass die beste Strategie darin besteht, dem Rauchen das interessante Image zu nehmen. Darüber hinaus ist eine individuelle Betreuung jugendlicher Raucher wichtig, weil jeder andere Impulse für den Ausstieg benötigt. Haben Jugendliche jedoch einmal den Entschluss gefasst, kommt es eher auf Maßnahmen zum Entzug an. Hier werden einige Tipps vorgestellt:

  • Die Zigarette bietet jedes Mal eine Art gefühlte Belohnung. Das Gefühl der Entspannung oder auch der Stimmungsverbesserung ist für viele Raucher sehr wichtig. Wer aufhört, braucht deshalb einen Ersatz. Eine gute Möglichkeit stellt hierbei der Ausdauersport dar. Auch hierbei werden Endorphine frei und nebenbei ist der Sport sehr gut für die Gesundheit.
  •  Zahlreiche Rauchrituale entstehen durch Gewöhnung. Diese zu durchbrechen, ist ein wichtiger Schritt. Gerade deshalb sind in typischen Rauchsituationen (nach dem Essen, zum Kaffee) Verhaltensänderungen sehr hilfreich. Wer die Routine durchbricht, kann auch dem inneren Rauchzwang besser entgegentreten.
  • Durchhaltevermögen sollte stets belohnt werden. Wer es also geschafft hat, eine gewisse Zeit ohne Zigarette auszukommen, sollte das gebührend feiern. Gute Beispiele sind die Anschaffung einer lang ersehnten Sache oder eine kleine Feier im Kreis der Freunde. Auf diese Weise wird die positive Kopplung an diesen Verzicht verstärkt.

Rauchen in Österreich – Fazit

Rauchen hat in Österreich nach wie vor ein besonders positives Image bei Jugendlichen und auch in der Bevölkerung wird sehr viel geraucht. Nicht umsonst beschreibt die Presse im EU-Ausland Österreich als eines der letzten Raucherparadiese in der EU. Trotz Rauchverbots in Gaststätten und in öffentlichen Gebäuden ist es bisher nicht gelungen, vor allem die Jugendlichen vom Rauchen abzuhalten.

 

 

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