Lidstraffung – Informationen, Methoden und Risiken


Ein adrettes und gepflegtes Äußeres zählt in unserer Gesellschaft längst zu den vielleicht unbewussten und dennoch wichtigen Aspekten eines erfolgreichen Alltages. Tränensäcke oder erschlaffte Augenlider und Augenringe können da schnell zum Problem werden. Man wirkt ständig müde, älter als man eigentlich ist und alles in allem fühlen gerade Frauen sich schnell unwohl in ihrer eigenen Haut. Wenn dann die Lebensqualität unter den schlaffen Augenlidern leidet, scheint nur eine Lidstraffung helfen zu können. Doch was genau ist eine Lidstraffung, welche Methoden können herangezogen werden, um die Augenlider wieder straf und vital wirken zu lassen und welche Risiken birgt dieser Eingriff?

Blepharoplastik – Die operative Lidstraffung

Die sogenannte Lidstraffung (in der Fachsprache auch Blepharoplastik genannt) gilt seit vielen Jahren als eine der klassischen Schönheitsoperationen. Sie ermöglicht die Korrektur ästhetischer Mängel wie zum Beispiel schlaffer Augenlider oder hängender Augenlider und schafft somit die Möglichkeit, derartige Folgen der natürlichen Hautalterung je nach Ausmaß und individuellen Besonderheiten zu mindern oder gänzlich zu beheben.

Ästhetische und medizinische Gründe für eine Blepharoplastik

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass die sogenannte operative Lidstraffung in der Regel aus rein ästhetischen Gründen im Zuge einer sogenannten Schönheitsoperation durchgeführt wird. Jedoch gibt es auch Blepharoplastiken, die aufgrund medizinischer Notwendigkeit erfolgen und somit der Allgemeingesundheit des Patienten oder dessen grundlegendem Wohlbefinden dienen.

Gründe für eine Augenlidstraffung können:

  • Ästhetischer Natur sein
  • Medizinischer Natur sein

Die Unterscheidung zwischen ästhetischen und medizinisch notwendigen Augenlidstraffungen erfolgt in der Regel bereits im Zuge der Erstberatung durch den Facharzt für ästhetische Chirurgie, nimmt dabei jedoch keinen Einfluss auf die Operationsmethoden.

Operationsarten – Unterlid – und Oberlidstraffung

Grundsätzlich gibt es für die Lidstraffung zwei voneinander zu trennenden Operationsarten. Zum einen die Oberlidstraffung und zum anderen die Unterlidstraffung. Grundsätzliche Unterschiede beider Operationsarten findet man zum einen im Operationsfeld (dem oberen oder unteren Augenlid) sowie auch an den bestehenden Hautbeschaffenheiten. Die Oberlidstraffung zum Beispiel erfolgt in der Regel, um sogenannte Schlupflider und hängende Augenlider zu korrigieren. Die Unterliedstraffung hingegen soll erschlaffte Haut und Fettgewebe sowie Tränensäcke korrigieren beziehungsweise entfernen.

Die Blepharoplastik wird unterteilt in:

  • Oberlidstraffung
  • Unterlidstraffung
Unterlidstraffung und Oberlidstraffung

Eine Unter- oder Oberlidstraffung ist möglich
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Dank modernster Operationstechniken und hochwertiger Versorgungsstandards während und nach der operativen Lidstraffung sind beide Arten der Blepharoplastik in der heutigen Zeit mit durchaus positiven Aussichten verbunden. Ist die Wundheilung erst einmal abgeschlossen und die Schwellung im Augenbereich vollständig abgeheilt, erscheint in der Regel die gesamte Augenpartie durch ein strafferes und somit deutlich jüngeres Hautbild jünger und vital, als vor dem Eingriff.

Methoden und Anwendungsbereiche – So funktioniert die Blepharoplastik

Als klassische Schönheitsoperation gilt die Lidstraffung – unabhängig davon, ob diese am oberen oder unteren Augenlid vorgenommen wird – als eine der am häufigsten durchgeführten Operation im Bereich der kosmetischen Chirurgie. Längst gibt es nicht mehr nur die eine Straffungsmethode. Zahlreiche moderne operative wie auch nicht operative Straffungsmethoden bewährten sich über die Jahre hinweg, weswegen die Blepharoplastik in der heutigen Zeit grundsätzlich mittels einer der folgenden Methoden vorgenommen wird.

  • Operative Augenlidstraffung
  • Lidstraffung mittels Laserbehandlung
  • Lidstraffung mittels Thermage
  • Lidstraffung mittels „Magic Needle“

Die operative Lidstraffung

Die operative Lidstraffung ist die klassische Straffungsmethode im Zuge der Blepharoplastik. Im Zuge dieser Form der Lidstraffung, erfolgt die Straffung durch einen operativen Eingriff, der je nach Operationsbedarf im Zuge eines Schnitte am oberen Augenlid in der Oberlidfalte oder im Bereich des unteren Augenlids am Unterlidrand erfolgt. Nachdem der Einschnitt gesetzt wird, wird durch den Operateur die Haut am Augenlid straff gezogen und überschüssiges Hautgewebe – in einem Höchstmaß von 15 Millimeter – entfernt. Im Anschluss wird der Schnitt mit feinen Nähten verschlossen und das Auge postoperativ versorgt.

Besonderheiten der operativen Lidstraffung:

  • Der Eingriff dauert in der Regel 30 Minuten bis zu 1 Stunde.
  • Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant mit einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie).
  • Das Augenlid wird durch die Entfernung von überschüssigem Hautgewebe gestrafft.
  • Es können maximal 15 Millimeter Hautgewerbe entfernt werden.
  • Nach 3-6 Tagen werden die Fäden gezogen.

Patienten, die sich einer operativen Augenlidstraffung unterziehen, entscheiden sich damit für eine der effektivsten Formen der Lidkorrektur. Jedoch birgt diese Form der Straffung auch manche Besonderheiten und Risiken. Zum einen sollte in den Wochen vor der Operation auf den Konsum diverser Medikamente und Nahrungsergänzungen (zum Beispiel Blut verdünnende oder schmerzlindernde Medikamente oder Vitamin E Präparate) verzichtet werden, da diese zu Komplikationen während des Eingriffes führen können. Zum anderen müssen Patienten in den Tagen und Wochen nach dem Eingriff einige wichtige Aspekte beachten. So sollte, zur Förderung des Heilprozesses, über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen körperliche Belastung vermieden werden. Auch hinsichtlich der täglichen Körperpflege muss darauf geachtet werden, die Wunde ausschließlich mit Wasser zu reinigen. Bereits nach einigen Tagen (in der Regel drei bis sechs Tage) werden dann die feinen Fäden gezogen und der abschließende Heilprozess eingeleitet. Nach rund drei Wochen ist bei einem Großteil der Patienten die postoperative Schwellung vollständig abgeheilt und das Ergebnis der operativen Augenlidstraffung wird sichtbar.

Lidstraffung mittels Laserbehandlung oder Thermage

Eine Lidstraffung ist auch mit einen Lasertreatment möglich

Mit einer Laseroperation ist auch eine Lidstraffung möglich
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Für Patienten, die eine operative Augenlidkorrektur scheuen, dennoch eine Verbesserung des Hautgewebes wünschen, bietet sich zudem die Lidstraffung mittels einer Laserbehandlung beziehungsweise der sogenannten Thermage an. Große Vorteile dieser beiden Methoden ist die nicht invasive / operative Behandlungsform. Es werden also keine Schnitte gesetzt, wodurch auch keine sichtbaren Narben der Behandlung zurückbleiben.

Eine Lidstraffung mittels Laserbehandlung:

  • Ist eine sogenannte minimal-inversive Behandlungsform.
  • Erfordert keine Einschnitte (keine sichtbaren Narben).
  • Wird in der Regel Ambulant durchgeführt (Kein Krankenhausaufenthalt nötig).
  • Ist für die Behandlung im Frühstadium geeignet.

Ein großer Vorteil der sogenannten minimal-inversieven Behandlung mittels Laser oder Thermage ist, deren schonende Behandlungsform. Es werden weder Schnitte gesetzt noch Nähte zum Verschließen einer Wunde benötigt. Zudem kann die Behandlung weitestgehend schmerzfrei erfolgen, wodurch auch keine Lokalanästhesie nötig ist. Jedoch gilt diese Form der Lidstraffung nicht für ausgeprägte Behandlungsbilder geeignet. Denn unabhängig davon, ob der Eingriff mittels moderner Laserbehandlung, Thermage oder aber dem Nervengift Botox erfolgt, kann dieser nur eine vergleichsweise flüchtige und oberflächliche Wirkung bewirken. Ausgeprägte Schlupflider und ähnliche Formen der erschlafften Augenlider können diese Formen der Behandlung somit nicht mildern.

Lidstraffung mittels „Magic Needle“

Eine weitere – in der heutigen Zeit überaus beliebte – Form der Augenlidkorrektur ist die Behandlung mittels einer sogenannten Magic Needle. Im Zuge dieser Behandlung wird mittels einer sehr feinen und elastischen Nadel Hyaluronsäure in die Haut injiziert um so, durch Auffüllen der erschlafften Haut ein jüngeres und strafferes Hautbild zu ermöglichen.

Besonderheiten der Behandlung mittels Magic Needle:

  • Diese Form der Behandlung ist ambulant möglich.
  • In der Regel erfolgt keine Narkose / Lokalanästhesie.
  • Die Wirkung der Auspolsterung hält für ca. 6 bis 9 Monate an.
  • Die Behandlung gilt im Vergleich mit einer Behandlung mit Botox als gesünder.

Jedoch hat auch die Behandlung mit Hyaluronsäure ihre Nachteile und Besonderheiten. Zum einen sei erwähnt, dass die Wirkung dieser Behandlung eine zeitlich begrenzte ist. Nach circa sechs bis neun Monaten hat der Körper die Hyaluronsäure gänzlich abgebaut und eine erneute Behandlung wird nötig, um das zuvor erreichte optische Resultat zu erneuern. Darüber hinaus können nicht alle Hautveränderungen durch den Einsatz der Magic Needle behandelt werden. Am häufigsten wird sie genutzt, um hängende Augenlieder oder Augenringe aufzuhellen und somit ein jüngeres und frischeres optisches Erscheinungsbild zu erhalten.

Welche Risiken birgt die Straffung der Augenlider?

Obgleich eine Augenlidkorrektur in der heutigen Zeit gerne als harmlose Schönheitsoperation bezeichnet wird, gibt es natürlich auch Risiken im Zuge der Straffung der Augenlider zu bedenken. Je nach Eingriffsmethode und natürlich der persönlichen Verfassung können die unterschiedlichen Straffungsmethoden so manche Risiken mit sich bringen.

Allem voran die operative Augenlidkorrektur birgt neben den für einen operativen Eingriff üblichen Gefahren zahlreiche Risiken, die im Vorfeld der Operation in jedem Fall bedacht und mit dem behandelnden Arzt besprochen werden müssen. Doch auch eine mangelhaft ausgeführte Lidkorrektur kann zum gesundheitlichen Problem werden, dass dann durchaus fatale Folgen nach sich ziehen. Wird zum Beispiel im Zuge der operativen Straffung zu viel Hautgewebe entfernt, könnte es im schlimmsten Fall unmöglich werden, das Auge vollständig zu schließen. Die Folgen eines solchen Operationsfehlers sind umfassend und in der Regel nur mit sehr viel Aufwand wieder auszugleichen.

Doch nicht nur operative Straffungen bergen Risiken. Auch und sicherlich vordergründig, die Behandlung mittels des Nervengiftes Botox sollte nicht als kleiner kosmetischer Eingriff angesehen werden. Immerhin ist es ein Nervengift, das in die Haut eingebracht wird und zahlreiche Gefahren für die Gesundheit mit sich bringen kann. Unverträglichkeiten und eine falsche Dosierung sind hierbei nur die häufigsten Probleme, die im Zuge einer Botox Behandlung am Augenlid auftreten können.

Wie lassen sich die Risiken einer Lidstraffung minimieren?

Um die Risiken im Zuge einer Lidkorrektur nach Möglichkeit zu reduzieren, gilt es sich im Vorfeld eingehend zu informieren und die Beratungsmöglichkeiten der ästhetischen Chirurgen umfassend zu nutzen. Erst eine eingehende Sichtung des betroffenen Lidbereiches sowie die Abklärung der möglichen Risiken wie auch der möglichen Behandlungsformen schafft eine Grundlage, auf derer einige der, mit diesem ästhetischen Eingriff verbundenen, Gesundheitsrisiken zu mindern oder aber gänzlich zu vermeiden.

Kosten und Kostenübernahme der Lidstraffung

Die Kosten einer Blepharoplastik sind immer von der Art der Behandlung, der Dauer des Eingriffes und der benötigten Behandlungsutensilien abhängig. Somit lässt sich schwerlich ein pauschaler Wert für die Lidkorrektur festlegen. Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden, dass eine operative Augenlidstraffung durchschnittlich rund 2.500,00 Euro kostet. Behandlungen mittels Botox oder der sogenannten Magic Needle sind im Vergleich mit operativen Behandlungsmethoden natürlich vergleichsweise günstiger und beginnen durchschnittlich bei unter 1.000,00 Euro.

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Lidstraffung?

Grundsätzlich übernehmen private wie auch gesetzliche Krankenkassen die Kosten für eine Lidstraffung nur in sehr wenigen Ausnahmefällen. Da derartige Eingriffe üblicherweise als rein ästhetische / kosmetische Eingriffe angesehen werden, werden die Kosten von den Krankenkassen meist nur übernommen, wenn:

  • Der Eingriff aus medizinischen Gründen notwendig ist.
  • Eine nachweislich psychische Belastung vorliegt, die den Eingriff nötig macht.

Möchte man „lediglich“ jünger und gesünder aussehen, ist der Antrag auf Kostenübernahme in der Regel ohne jedwede Erfolgsaussicht. In diesem Fall müssen die Kosten selbst getragen werden. Zudem gilt es, im Bezug auf die Kostenübernahme der Krankenkasse darauf zu achten, dass die womöglich erteilte Kostenübernahmezusage nicht an bestimmte Bedingungen und / oder lediglich auf einen Teilbereich der anfallenden Kosten begrenzt wurde.

Preisersparnis Ausland – Was kostet die Straffung im Ausland?

Da Lidkorrekturen meist nicht von den Krankenkassen getragen werden, ist der Trend zu vergleichsweise günstigen Behandlungen im Ausland, ein Trend unserer Zeit. Ob in Deutschland, Ungarn oder aber anderen Ländern die nicht Teil der Europäischen Union sind. Überall scheint es günstige Angebote zur Augenlidstraffung in Verbindung mit einem erholsamen Kurzurlaub zu geben.

Doch Vorsicht, auch wenn diese Angebote zum Teil eine Ersparnis von bis zu 70 Prozent offerieren, so sind diese Behandlungsangebote mit der nötigen Skepsis zu sehen. Denn zu günstige Angebote sprechen meist für weniger hochwertige Standards hinsichtlich Hygiene, Erfahrung und Kompetenz des betreuenden Teams / des behandelnden Arztes. Zudem ergeben sich im Falle postoperativer Komplikationen enorme Risiken für die Gesundheit der Patienten, die nicht selten zu langwierigen und teuren Nachbehandlungen in Österreich führen können.

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