Fehlgeburt – was sind die Ursachen und Symptome?

Es ist so schön, wenn sich ein Paar darauf freut eine kleine Familie zu gründen. Viel zu oft endet diese Freude bereits frühzeitig in Trauer und Schmerz. Eine Fehlgeburt ist das plötzliche Sterben des ungeborenen Kindes. Die meisten Fehlgeburten geschehen bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Das ungeborene Kind zu verlieren, gehört zu den schlimmsten Dingen, die werdenden Eltern widerfahren können. Rund 15% aller Schwangerschaften in Österreich sind Fehlgeburten, die meist auf eine Erkrankung des Embryos zurückzuführen sind. Neben den körperlichen Beschwerden, welche die Mutter erleiden muss, haben sowohl Mutter als auch Vater mit seelischen Beschwerden zu kämpfen. Psychologische Beratung ist nach solch einem Rückschlag sehr wichtig. Eine Fehlgeburt, in der Medizin auch als Abort bezeichnet, kann in zwei unterschiedlichen Stadien der Schwangerschaft geschehen. Man unterscheidet daher zwischen

  • Frühabort (bis zur vollendeten 12. Schwangerschaftswoche)7
  • Spätabort (ab der 17. Schwangerschaftswoche)
  • Totgeburt (Embryo wiegt bereits mehr als 500 Gramm)

Kaum zu glauben aber wahr – gar nicht so selten passiert es, dass Fehlgeburten unbemerkt bleiben. Frauen, die nach einer Fehlgeburt erneut schwanger werden, gelten als Risikoschwangerschaften.

Was kann eine Fehlgeburt auslösen?

Natürlich stellen sich werdende Eltern nach einer Fehlgeburt die Frage nach dem Warum? oder Warum trifft es ausgerechnet uns? Es ist verständlich, dass Sie nach solch einem tragischen Vorfall mit Trauer und Ärger, vielleicht sogar Schuldgefühlen zu kämpfen haben. Die Frage nach dem Warum kann aber in den meisten Fällen nicht beantwortet werden. In drei Viertel der Fälle kann die Mutter nichts für das Sterben des Fötus. Meist ist eine Fehlgeburt auf eine Fehlentwicklung des Kindes zurückzuführen. Mögliche Ursachen für eine Fehlgeburt sind:

  • Chromosomenstörungen
  • Fehlbildungen
  • Entwicklungsstörungen
  • Anomalie der Gebärmutter, Gebärmutterhalsschwäche
  • Diabetes
  • Erkrankung der Schilddrüse oder der Nieren
  • Infektionen
  • Sturz/ Unfall

Durch den Einfluss folgender Faktoren steigt das Risiko einer Fehlgeburt um ein Vielfaches:

  • Mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag
  • Konsum von Alkohol
  • Übermäßiger Konsum von Nikotin (Wenn Sie vor der Geburt starke Raucherin waren, sind 1-2 Zigaretten am Tag O.K.)
  • Sie sind älter als 30 Jahre oder sogar älter als 35 Jahre
  • Sie sind jünger als 18 Jahre
  • Psychischer Stress
  • Krankheiten und Operationen
  • Frühere Fehlgeburten

Was sind die Symptome einer Fehlgeburt

Frau krümmt sich vor Unterleibsschmerzen.

Starke Unterleibsschmerzen können auf eine Fehlgeburt hindeuten. Foto (c) bigstockphoto.com/153939629/twinsterphoto

Eine Fehlgeburt bezeichnet den plötzlichen Tod des Embryos bzw. wenn das Kind vor Erreichen der Lebensfähigkeit auf die Welt kommt. Wenn bereits das schwere Schicksal einer Fehlgeburt durchlebt wurde, ist die Angst bei einer zweiten Schwangerschaft meist noch größer.  Ab der 24. Schwangerschaftswoche kann das Baby durch medizinische Maßnahmen am Leben erhalten werden. Die meisten Fehlgeburten ereignen sich vor der 12. Schwangerschaftswoche. Mit jeder weiteren Schwangerschaftswoche verringert sich das Risiko einer Fehlgeburt. Wenn das Abortgeschehen bereits begonnen hat, kann die Schwangerschaft nicht mehr erhalten bleiben. Der Abort ist meist am Abgang von Fehlgewebe zu erkennen. Viele Schwangerschaften ereignen sich bevor die Schwangerschaft überhaupt erst festgestellt werden konnte. Die Symptome sind ähnlich, wie bei der Regelblutung. Die Ausscheidung besteht aus Blut und Gewebeanteilen. Häufig wird sie gar nicht wahrgenommen.

Wenn der Embryo nicht selbständig ausgestoßen wird, ist meist erst durch eine Ultraschalluntersuchung zu erkennen, dass keine Herzaktion mehr vorhanden ist.

Anzeichen einer Fehlgeburt

  • Blutungen (sind nicht immer ein Zeichen für eine Frühgeburt sollten jedoch dringend untersucht werden)
  • Starkes Ziehen im Unterbauch
  • Starke, krampfartige Bauchschmerzen
  • Starke Rückenschmerzen
  • Fieber
  • Eitriger Ausfluss

Kann man eine Fehlgeburt verhindern?

Eine Fehlgeburt zu haben, gehört zu den schlimmsten Dingen, die einer Frau mit Kinderwunsch passieren können. Wenn die Schwangerschaft ein jähes Ende nimmt, bleibt dies oft ohne wirkliche Ursache. Viele Frauen sind sehr vorsichtig in der Schwangerschaft, um eben diesem Horrorszenario aus dem Weg zu gehen. Da Fehlgeburten meist auf Chromosomen- und Entwicklungsstörungen des Embryos zurückzuführen sind, kann diesen kaum vorgebeugt werden. Nach einer Fehlgeburt ist es in jedem Fall hilfreich eine Untersuchung durchzuführen, um festzustellen, ob eine Erkrankung vorliegt. Wenn dem so ist, können Sie durch eine Behandlung dieser, eine weitere Fehlgeburt vermeiden. Ein gesunder Lebensstil kann in Bezug auf die Schwangerschaft natürlich eine Rolle spielen.

Diese Dinge sollten Sie vermeiden, um das Risiko einer Fehlgeburt zu minimieren:

  • Folsäure und Magnesium Präparat einnehmen – wenn nötig
  • Nährstoffreiche und gesunde Ernährung
  • Verzicht von Alkohol, Zigaretten und Drogen
  • Medikamente – nur wenn vom Arzt verordnet
  • Diäten – nur wenn diese vom Arzt bewilligt wurden
  • Leichte, zumutbare körperliche Bewegung (Spazieren gehen, langsames Laufen, Nordic Walking, Yoga)
  • Stress vermeiden

Vorbeugen durch Magnesium – hilft das wirklich?

Schwangere und stillende Frauen haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Wenn ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt oder Frühgeburt besteht, wird Frauen meist ein solches Präparat verschrieben. Ein Magnesiummangel über längere Zeit kann eine verzögerte Entwicklung des Fötus verursachen.

Behandlung bei einer Fehlgeburt

Leider endet nicht jede Schwangerschaft mit der Geburt eines gesunden Kindes. Wenn es tatsächlich zu Blutungen und einer Fehlgeburt kommt, sollten Sie in jedem Fall Ihren Arzt aufsuchen. Dieser kann durch alleiniges abtasten des Bauches feststellen ob eine Fehlgeburt vorliegt. Danach wird noch eine Untersuchung von Vagina und Gebärmutterhals vorgenommen, um festzustellen, ob sich Teile des Abort-Gewebes noch in der Gebärmutter befinden. Eine Ultraschalluntersuchung ist daher ebenfalls unerlässlich. Der sogenannte verhaltene Abort ist eine Fehlgeburt ohne Blutung.

Wann muss eine Ausschabung sein?

Bei einer Fehlgeburt ist meist eine Ausschabung notwendig. Dabei werden in der Gebärmutter verbliebene Schwangerschaftsanteile entfernt, wodurch die Bildung von Infektionen verhindert wird. Dies gilt für Fehlgeburt bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Danach werden Medikamente verabreicht. Dadurch wird der Gebärmutterhals gelockert und der Fötus kann auf natürliche Weise ausgestoßen werden.  Dies klingt leichter als es ist. Die abgestorbene Frucht bleibt oft länger in der Gebärmutter als einem lieb ist. Es kann bis zu drei Wochen dauern bis der tote Fötus ausgeschieden wird.

Schwanger nach Fehlgeburt

Glückliche Frau (schwanger) liegt am Bett und lächelt.

Diese Frau ist überglücklich, da es endlich geklappt hat, mit der Schwangerschaft. Foto (c) bigstockphoto.com/Deandrobot

Nach einer Fehlgeburt fürchten sich viele Frauen davor, dass dieses Ereignis erneut eintreten könnte. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie mit einer erneuten Schwangerschaft warten, bis der Zeitpunkt für Sie gekommen ist und Sie sich ganz sicher fühlen. Während sich die einen sehr schnell wieder dem Kinderwusch widmen, braucht es bei anderen etwas länger, um das tragische Ereignis zu verdauen. In jedem Fall, sollten Sie sich so viel Zeit nehmen, wie Sie tatsächlich brauchen. Obwohl das Risiko erhöht ist, nach einer Fehlgeburt eine weitere Fehlgeburt zu erleiden, haben bereits zahlreiche Frauen nach einer Fehlgeburt ein gesundes Baby zur Welt gebracht. Wenn Sie psychisch stabil sind können Sie bereits nach wenigen Wochen nach der Fehlgeburt wieder schwanger werden.

Trauerarbeit nach Fehlgeburt

Nach einer Fehlgeburt haben manche Eltern schwer damit zu kämpfen, den plötzlichen Verlust zu verarbeiten.

Die drei Phasen der Trauer

Die erste Phase ist durch ein Gefühl der Bewusstlosigkeit geprägt. Die oder der Trauernde kann das Geschehene nicht realisieren und fühlt sich wie in einer Schockstarre.

In der zweiten Phase wird dem Betroffenen bewusst, was passiert ist und er erlebt Gefühle wie Trauer und Schmerz in höchstem Ausmaß. Hier droht der Schmerz einen zu überwältigen, daher ist es sehr wichtig in dieser Phase jemanden zu haben der einen tröstet. Lassen Sie Trauer und Wut zu. Ruhelosigkeit, Schlafstörungen und Herzrasen können sich bemerkbar machen. Es hilft enorm einen Partner zu haben, der ebenso empfindet wie Sie und Ihnen zuhört. Lange Gespräche tragen dazu bei, das Geschehene zu verarbeiten.

Irgendwann passiert es, dass der Schmerz nachlässt und der Verlust zu einem Bestandteil des täglichen Lebens wird. Damit ist dann die dritte Phase erreicht. Im Schlimmsten Fall führen traumatische Ereignisse dieser Art zu Depressionen. Ganz besonders wenn Sie das Gefühl haben, alleine mit dem Kummer fertig werden zu müssen, sollten Sie frühzeitig psychologische Hilfe konsultieren.

 

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