Schwangerschaftsvergiftung – was passiert mit Ihnen und Ihrem Baby?

Wenn es endlich geklappt hat mit dem lang ersehnten Kinderwunsch ist für viele Mütter die Nachricht einer möglichen Gestose im ersten Moment ein großer Rückschlag! In dieser Zeit ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und regelmäßige Kontrollbesuche beim Arzt wahrzunehmen. Wenn Sie die Anweisungen von Ihrem Gynäkologen befolgen, können Sie schnell wieder fit sein und ein gesundes Baby zur Welt bringen.

Die Gestose bezeichnet eine Stoffwechselerkrankung bei schwangeren Frauen. Bei der Schwangerschaftsvergiftung handelt es sich um eine sehr gefährliche Erkrankung für Mutter und Kind. Man spricht hierbei von einer späten Gestose – einer Schwangerschaftserkrankung, die sich erst nach der 20. Woche zeigt. Doch wie kommt es zur Schwangerschaftsvergiftung und welche Folgen hat diese? Die Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet eine gravierende Komplikation während der Schwangerschaft. Sie kann in unterschiedlichen Erscheinungsformen zutage treten. Es gibt mehrere Bezeichnungen für diese Schwangerschaftserkrankung. Der medizinische Fachausdruck lautet Präeklampsie/ Eklampsie. Dabei wird durch bestimmte Vorgänge in Zusammenhang mit Veränderungen im Körper eine Störung hervorgerufen, die sich in Form von Bluthochdruck äußert. Gekennzeichnet ist die Eklampsie zudem durch vermehrte Eiweißausscheidung im Urin und Wassereinlagerungen.

Wie kommt es zur Schwangerschaftsvergiftung? Vorbeugen und erkennen

Eine eindeutige Antwort auf die Frage des Auslösers der Eklampsie gibt es nicht, es wird jedoch davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine Anpassungsstörung handelt. Die Schwangerschaftsvergiftung kann jede Frau bekommen. Konkret handelt es sich dabei nicht um eine Vergiftung im eigentlichen Sinne. Fest steht, dass der Mutterkuchen durch eine Fehlentwicklung der arteriellen Gefäße nicht mehr in der Lage ist, richtig durchblutet zu werden. Dadurch kann es passieren, dass das Baby nicht genug Nährstoffe bekommt, was das Wachstum und die Gesundheit erheblich beeinträchtigen kann. Zur Präeklampsie kommt es meist im letzten Drittel der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt. Bei Patientinnen welche die 37. Schwangerschaftswoche bereits beendet haben, kann die Einleitung einer frühzeitigen Entbindung mittels Kaiserschnitt eine vernünftige Maßnahme sein. Danach bessert sich der Gesundheitszustand der Mutter meist schnell. Anhand von Labortests kann bereits ab der 14. Schwangerschaftswoche festgestellt werden, ob eine Schwangerschaftsvergiftung vorliegt. Dann ist nämlich eine höhere Konzentration Placenta Moleküle im Blut feststellbar.

Erhöhter Blutdruck kann auf eine Schwangerschaftsvergiftung hinweisen. Foto (c) bigstockphoto.com/179847451/snowing

Faktoren und Umstände die eine Eklampsie begünstigen

  • Durchblutungsstörungen
  • Hoher Blutdruck
  • Übergewicht
  • Erkrankungen der Nieren
  • Schwangerschaft unter 18 und über 38 Jahren
  • Mehrfachschwangerschaft
  • Diabetes

Frauen die bereits eine Präeklampsie hatten und ein zweites oder drittes Kind bekommen, hatten häufig lediglich bei der ersten Schwangerschaft Probleme dieser Art. Ein guter Rat um einer Schwangerschaftsvergiftung vorzubeugen, ist der regelmäßige Besuch bei Ihrem Frauenarzt. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird bestehen höhere Chancen rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen um das Wohl von Mutter und Kind sicherstellen zu können.

Diese Symptome deuten auf eine Schwangerschaftsvergiftung hin

Die Symptome der Schwangerschaftsvergiftung können unterschiedlich sein. Mögliche Anzeichen für eine (Prä)Eklampsie sind:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Erhöhte Ausscheidungsmenge an Eiweiß im Urin
  • Wassereinlagerung und Gewichtszunahme
  • Schwellungen an Händen Füßen, Gesicht
  • Starke Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Lungenödem
  • Hirnödem
  • Thrombose
  • Sehstörungen und Augenflimmern
  • Gehörprobleme
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Erhöhte Leberwerte
  • Verwirrtheit
  • Wachstumsstörungen des Embryos bis hin zum Absterben des Embryos

Bei den unterschiedlichen Formen der Schwangerschaftsvergiftung wird zwischen Früh- und Spätgestose unterschieden. Zu den Frühgestosen zählen die üblichen Nebenerscheinungen der Schwangerschaft wie Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen, welche in der Regel nach der 12. Schwangerschaftswoche von selbst wieder verschwinden. Die Spätgestose ist die gefährlichere Form der beiden. Sie tritt meist im letzten Drittel der Schwangerschaft auf und kann für die schwangere Frau und Ihr Kind ganz schön gefährlich werden.

Mögliche Folgen der Präeklampsie

Bei einer regelmäßigen Schwangerschaftsuntersuchung kann festgestellt werden, ob mögliche Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung zu erkennen sind. Nicht alle Symptome sind eindeutige Anzeichen der Erkrankung. Gewichtszunahme, Übelkeit und Wassereinlagerungen gehören beispielsweise zu den gängigen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Mittels einer Blutuntersuchung kann ein genaues Ergebnis erzielt werden. Bei schweren Fällen der Schwangerschaftsvergiftung kann es zum sogenannten HELLP-Syndrom kommen. Dies bedeutet einen Zerfall der Blutkörperchen und einen Anstieg der Leberwerte. Das HELLP-Syndrom ist grundsätzlich schwer zu erkennen. Es ist meist von Schmerzen im oberen Bauchbereich begleitet. Dies kann auch die Ablösung der Plazenta und Störungen im Nervensystem zur Folge haben.

Sollte eine Präeklampsie festgestellt werden, ist der Betroffenen Person Schonung und Bettruhe zu empfehlen. In schlimmen Fällen muss die Erkrankung stationär behandelt werden. Wenn Sie an den schwerwiegenden Folgen einer Schwangerschaftsvergiftung leiden, ist es wichtig ein Krankenhaus zu finden, das auf Risikoschwangerschaften und Frühgeburten spezialisiert ist. Eine konkrete Therapiemethode gibt es allerdings nicht. Sollte der Eiweißverlust lebensgefährliche Dimensionen für Mutter und Kind annehmen, kann dem mittels Infusionen entgegengewirkt werden. Weltweit müssen jährlich ca. 70.000 schwangere Frauen und Ihre ungeborenen Babys aufgrund dieser Krankheit Ihr Leben lassen.

Was hilft bei einer Schwangerschaftsvergiftung?

Frau leidet an einer Schwangerschaftsvergiftung. Die Spätgestose kann für eine Schwangere Frau und Ihr Baby ganz schön gefährlich werden. Foto (c) bigstockphoto.com/162469106/nd3000

  • Wechselduschen
  • Viel Ruhe und Schlaf
  • Entspannungsbäder
  • Füße hochlagern
  • Stress vermeiden
  • Hilfe annehmen

Bei einer leichten Form der Schwangerschaftsvergiftung hilft Bettruhe und Schonung. Wenn zusätzliche Symptome auftreten oder sich die Beschwerden verschlimmern, sollten Sie umgehend Ihren Gynäkologen konsultieren. Es stimmt zwar, dass die Schwangerschaftsvergiftung eine lebensbedrohliche Gefahr für Mutter und Kind darstellt, trotzdem sollten Sie versuchen ruhig zu bleiben. Die Diagnose dieser Krankheit bedeutet noch lange nicht, dass Sie keine Chance haben, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen und wieder ganz gesund zu werden. Das wichtigste ist nun regelmäßige Untersuchungen bei Ihrem Arzt wahrzunehmen und dessen Ratschläge und Anweisungen zu befolgen. Er wird geeignete medizinische Maßnahmen in die Wege leiten, damit es Ihnen und Ihrem Baby gut geht. Lassen Sie sich von Freunden und Familie unter die Arme greifen.

In Bezug auf die Ernährung werden salzhaltige Lebensmittel mit hohem Eiweißgehalt empfohlen. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung wird dem Genesungsverlauf in jedem Fall positiv beeinflussen. Diese Lebensmittel sind nun gut für Sie:

  • Käse
  • Milch
  • Fisch
  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte
  • Kartoffeln
  • Vollkornbrot

Auf Medikamente sollte, wenn diese nicht vom Arzt verschrieben wurden, weitestgehend verzichtet werden. Welche Schmerzmittel erlaubt sind, sagt Ihnen der zuständige Arzt oder Apotheker.

Weiterführende Informationen:

http://derstandard.at/1271377615997/Praeeklampsie-Durchbruch-bei-Schwangerschaftsvergiftung
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/schwangerschaftsvergiftung-warnung-vor-dem-anfall-1.170474

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