Haustiere im Schlafbereich: Einfach nur niedlich oder krankmachend?

Das Thema Haustiere im Schlafzimmer oder sogar Bett ist heiß umstritten. Sobald das Kätzchen sich schnurrend anschmiegt und der Hund mit seinen treuen Augen um Einlass bittet, werden viele Tierbesitzer schwach. Selbst wenn es anfänglich heißt, dass das Haustier draußen bleibt, schmelzen diese Bedingungen meist Tag für Tag. Wer kann den flauschigen Freunden schon widerstehen?

Viele Menschen fragen sich, wie unhygienisch Haustiere im Schlafbereich wirklich sind. Freigänger bringen den Schmutz von draußen mit in die Wohnung – haben sie deshalb nichts im Schlafzimmer oder Bett verloren? Wir haben uns angeschaut, was wirklich ratsam ist und welche Aussagen als Über- oder Untertreibung abgestempelt werden können.

Mögliche Krabbeltiere und Krankheiten

Wenn es um die Hygiene im Schlafzimmer geht, fallen einem beim Thema Haustiere neben Schmutz durch Fell auch Parasiten sowie übertragbare Krankheiten ein:

  • Flöhe, Milben, Zecken (übertragen Borreliose)
  • Würmer und Wurmeier
  • Toxoplasmose (durch Katzen)

Wir haben die wichtigsten Aspekte detailliert zusammengefasst:

Blutsauger und Co. im Detail

Die typischen „Mitbewohner“ unserer pelzigen Freunde sind Ektoparasiten wie Flöhe, Milben oder Zecken. Zecken verbreiten beispielsweise Krankheiten wie die gefürchtete Borreliose, die auch für den Menschen gefährlich sein kann. Hier ist große Vorsicht geboten, wenn Haustiere mit im Bett schlafen dürfen, da die Zecke beispielsweise vom Hund auf den Menschen wandern kann.

Auch Würmer sind klassische Begleiter unserer niedlichen Pelzträger. Da Hund und Katze auch mit ihrer Zunge Kontakt zu ihrem Hinterteil haben, können so Wurmeier auf den Menschen übertragen werden. Dafür reicht ein beherztes Schlecken über das Gesicht des geliebten Besitzers, während dieser womöglich sogar schläft.

An dieser Stelle sollte ebenfalls die Infektionskrankheit Toxoplasmose erwähnt werden, die besonders für Schwangere eine große Rolle in der Katzenhaltung spielt. Während Toxoplasmose im Normalfall unproblematisch verläuft, kann sie bei Schwangeren zu Fehlgeburten und Missbildungen des Embryos führen. Katzen bringen den Erreger dieser Krankheit von draußen und über Mäuse sowie Vögel mit ins Haus. Über die Ausscheidungen des Vierbeiners überträgt sich letztendlich der Parasit auf den Menschen – keine angenehme Vorstellung.

Aber: Freigänger wie Hunde oder durch die Natur streifende Katzen sind für einen Parasitenbefall anfälliger. Richtige Stubentigern sind in diesem Punkt geschützt, da sie in der Wohnung keinen Kontakt mit Parasiten oder Erregern haben. Sobald allerdings ein Tier im Haushalt Zugang nach draußen hat, kann es alle anderen Pelzträger anstecken, selbst wenn diese nie im Grünen sind.

Wer seinen geliebten Vierbeiner also im Schlafzimmer oder Bett bei sich haben möchte, sollte einige Dinge beachten, um die Gefahr von Parasiten und Krankheiten zu minimieren. Wir haben einige Tipps für Sie gesammelt.

Einfache Lösungswege

Es klingt fast so, als wäre das Schlafen in der Nähe von Hund und Katze viel zu gefährlich – dem ist nicht so! Mit einfachen vorbeugenden Maßnahmen lassen sich viele problematische Aspekte abwenden.

Ektoparasiten: Gegen diese kleinen Schmarotzer gibt es mehrere Hilfsmittel. Der Tierarzt hat verschiedene Präparate gegen Flöhe, Milben und Zecken. Es gibt Halsbänder, SpotOns und Tabletten oder Pasten, die dem Ungeziefer den Garaus machen oder es direkt fernhalten. Wer chemische Mittel umgehen möchte, kann auch klassische Hausmittelchen probieren. Gegen Zecken wird beispielsweise auch Kokosöl und Schwarzkümmelöl empfohlen. Mit einem Flohkamm kann außerdem vor dem Schlafengehen nach ungebetenen Gästen geschaut werden – auch lose Zecken werden damit erwischt. Festgesaugte Zecken lassen sich notfalls mit einer Zeckenzange ziehen.

Würmer: Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit dem Thema Würmer umzugehen. Entweder wird regelmäßig eine Wurmkur präventiv verabreicht oder eine Kotuntersuchung vorgenommen. Auch hierfür gibt es einen natürlichen Weg: Diverse Kräutermischungen im Futter sorgen eventuell für eine chemiefreie „Reinigung“. Wer trotzdem unsicher ist, sollte sich von seinem Hund oder seiner Katze nicht im Gesicht ablecken lassen und regelmäßig nach dem Schmusen seine Hände waschen.

Toxoplasmose: Vor dieser Krankheit kann man sich am besten mit guter Hygiene schützen. Schwangere sollten beispielsweise keine Katzenklos säubern und die Samtpfoten vom Gesicht fernhalten. Der unkontrollierte Kontakt im Bett ist für Schwangere ebenfalls nicht ratsam. Ansonsten gibt es mit dieser Krankheit eher weniger Probleme.

Sonstige Krankheitsüberträger: Für mehr Details sollten Sie den Tierarzt befragen. Durch Impfungen kann das Tier zuverlässig geschützt werden.

Katze und Hund sind in Wahrheit gesund

Hund im Bett Foto (c) bigstockphoto.com/257766835/Javier Brosch

Ein Drittel unserer Pelznasen schläft übrigens tatsächlich mit im Bett. Viele Haustiere lieben die Nähe zu ihrer menschlichen Familie und sie suchen nach Wärme und Geborgenheit. Sollte man das wirklich verwehren?

Eine US-Amerikanische-Studie „Are Pets in the Bedroom a Problem?“ zeigt, dass auch Menschen profitieren, wenn ihre Vierbeiner neben ihnen nächtigen – sie können besser schlafen. Der Hauptgrund: Haustiere in der Nähe vermitteln das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Besonders Singles fühlen sich weniger einsam, wenn das geliebte Tier auch im Schlaf nah dabei ist.

Aus dieser beruhigenden Wirkung lässt sich ableiten, dass der Stress für Tierbesitzer sinkt und unsere Vierbeiner im Schlafbereich sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Es gibt außerdem ausreichend weitere Studien, die belegen, dass das Aufwachsen mit Haustieren das Immunsystem stärkt.

Achtung: Asthmatiker und Allergiker sollten ihren Schlafbereich frei von tierischen Begleitern halten.

Ein großer Unterschied ist es allerdings, ob das geliebte Haustier nur im Schlafzimmer oder komplett im Bett mit seinem Menschen die Nacht verbringt:

  • Vierbeiner schläft im Schlafzimmer: höhere Schlafqualität durch das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit
  • Vierbeiner schläft im Bett: schlechtere Schlafqualität durch gegenseitiges „stören“ und Platzeinnehmen

Wen dieses Ergebnis nicht abschreckt, der sollte zumindest häufiger die Bettwäsche wechseln und stets ein Auge auf einen möglichen Parasitenbefall haben.

Hinweis: Andere Haustiere wie Hamster, Vögel oder Kaninchen können im Schlafzimmer problematisch sein. Durch das Laufen im Rad, buddeln im Sand oder sonstige Aktivitäten wird der Besitzer wahrscheinlich recht häufig in der Nacht aufgeweckt.