Ruhepuls – welcher Puls ist normal?

Unser Herz, es ist der wohl beeindruckendste Muskel des menschlichen Körpers. Mit rund 70 Schlägen pro Minute transportiert es das Blut in jeden noch so kleinen Bereich unseres Körpers und gewährleistet somit die Funktionalität des menschlichen Körpers. Je stärker unser Herz schlägt, umso höher ist unser Puls. Doch mehr ist nicht immer gleich besser und bezogen auf unseren Puls stellt der sogenannte Ruhepuls den bestmöglichen Wert dar. Doch was genau ist ein Ruhepuls, wann ist er als normal anzusehen und welche Auswirkung kann der Ruhepuls auf unseren Alltag und unser Alltag auf den Ruhepuls haben?

Blutdruck und Puls – wichtige Indikatoren für Gesundheit und Wohlbefinden

Der Blutdruck und der Pulsschlag, es sind zwei wichtige Indikatoren für die Gesundheit im Allgemeinen sowie unser Wohlbefinden. Immer dann, wenn unser Körper enormen Belastungen ausgesetzt ist, beginnt das Herz schneller zu schlagen. Die Lebensessenz Blut, mit allen in ihr enthaltenen Stoffen, wird schneller durch den Körper befördert und soll so der gesteigerten Belastung gerecht werden. Blutdruck und Pulsfrequenz steigen an und der Körper kommt sprichwörtlich auf Hochtouren.

An sich ist dies eine vollkommen natürliche und überlebenswichtige Reaktion unseres Körpers. Denn ob es nun der natürliche und in der heutigen Zeit vielleicht nicht mehr ganz so wichtige Fluchtinstinkt ist oder aber der schlichte Wille unseres Körpers zu überleben, eine erhöhte Pulsfrequenz ermöglicht es unserem Körper schneller, ausdauernder und effizienter zu funktionieren. Doch was die Natur für außergewöhnliche Augenblicke und Notfälle geplant hat, kann im modernen Alltag durch eine ungesunde Lebensweise zur dauerhaften Belastung für den Körper werden. Ein beständig hoher Blutdruck und die damit verbundene erhöhte Pulsfrequenz sind auf lange Sicht hinaus absolut ungesund für unseren Körper. Ein hoher Puls zeugt davon, dass unser Körper im Ausnahmezustand ist. Die Organe werden bestmöglich durchblutet, die Atemfrequenz ist erhöht, unser Körper versucht die bestmögliche Maximalleistung abzurufen und das kann auf Dauer einfach nicht gesund sein.

Blutdruck und Pulsfrequenz stellen wichtige Indikatoren für unsere Gesundheit dar, weil sie einen direkten Rückschluss auf die Körperfunktionen und die Versorgung des Körpers mit lebenswichtigen Inhaltsstoffen zulassen. Ein durchschnittlicher Wert von 50 bis 100 Herzschlägen je Minute sind somit ein wichtiger Normalwert, der einerseits die ausreichende Versorgung des Köpers gewährleistet und andererseits hierbei den Körper nicht überlastet.

Der normale Ruhepuls – wie hoch darf er sein?

Blutdruck und Ruhepuls

Blutdruck und Puls stehen im engen Zusammenhang und nehmen Einfluss auf die allgemeine Gesundheit
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Eine gesunde und nicht übermäßig hohe oder niedrige Pulsfrequenz ist somit absolut unverzichtbar für ein gesundes und vitales Leben. Eben diese ausgeglichene und gesunde Pulsfrequenz wird auch als Ruhepuls bezeichnet. Denn der Ruhepuls ist nicht – wie von vielen Menschen irrtümlich angenommen – auf die Herzschlagfrequenz im Schlaf bezogen, sondern vielmehr auf den Normalzustand im Alltag. Also einen Zustand, in dem unser Körper weder übermäßig angestrengt wird, noch sich in einem tiefen Ruhezustand befindet.

Der Ruhepuls:

  • Ergibt sich aus Herzfrequenz und Blutdruck.
  • Stellt einen optimalen / empfehlenswerten Wert dar.
  • Ist von zahlreichen Faktoren abhängig / individuell für jeden Menschen.

Der Ruhepuls stellt die bestmögliche und somit empfehlenswerte Herzschlagfrequenz dar und ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Neben dem Alter und der allgemeinen Lebensumstände sind es immer wieder gesundheitliche Aspekte wie Ernährung und alltägliche Tätigkeiten, die unseren Ruhepuls beeinflussen. Es gibt somit nicht den einen Ruhepuls, der für uns alle als angemessen und gesund gelten kann. Dennoch gibt es sogenannte Pauschalwerte, die nach Alter und besonderen Lebensumständen aufzeigen, welche Ruhepulswerte grundsätzlich ein gesundes Leben ermöglichen könnten.

Alter / Personengruppe

normaler Ruhepuls

Babys & Neugeborenes 140 Herzschläge je Min.
Kleinkinder ab 2 Jahre 120 Herzschläge je Min.
Kinder ab 4 Jahre 100 Herzschläge je Min.
Kinder ab 10 Jahre 90 Herzschläge je Min.
Jugendliche ab 14 Jahre 85 Herzschläge je Min.
Erwachsene Frauen 60-75 Herzschläge je Min.
Erwachsene Männer 65-80 Herzschläge je Min.
Senioren 80-85 Herzschläge je Min.
Sportler 40-60 Herzschläge je Min.

Wann ist der Puls zu hoch und welche Folgen hat ein zu hoher Ruhepuls?

Grundsätzlich können die allgemeinen Pauschalwerte für einen normalen Ruhepuls als Richtwert im Alltag angesehen werden. Denn unabhängig von individuellen Besonderheiten wie der alltäglichen Belastung, dem Alter und Geschlecht oder aber bestehender Erkrankungen, gilt der normale Ruhepuls als Garant für eine bestmögliche Gesundheit.

Ein beständig zu hoher Ruhepuls führt mitunter zu zahlreichen Einschränkungen und spürbaren Folgen im Alltag. Wir kennen es sicherlich alle, das Herzrassen nach einem Augenblick der großen Belastung oder übermäßigen Stress. Es ist nicht nur ein Zeichen unseres Körpers, dass wir soeben an eine Grenze gestoßen sind, sondern eben auch ein Zeichen dafür, dass unser Puls sich noch nicht in den für unsern Körper normalen Frequenzbereich abgesenkt hat. Nach einer starken körperlichen Aktivität ist ein erhöhter Ruhepuls vollkommen normal, doch wenn die Pulsfrequenz im Ruhestadium beständig erhöht ist, dann führt dies mitunter zu zahlreichen Folgen und Nebenwirkungen. Dazu zählen mitunter:

  • Ruhelosigkeit und innere Unruhe
  • Schlafstörungen / Einschlafprobleme
  • Fehlgeleitete Sinneseindrücke (Sausen im Ohr, schwarze Punkte vor den Augen)
  • Verminderte Leistungsfähigkeit und schnelle Ermüdung
  • Hohe Anfälligkeit für zahlreiche Erkrankungen (verschlechtertes Immunsystem)

Die Folgen eines beständig zu hohen Ruhepulses sind somit überaus zahlreich. Von kleinen Nebenwirkungen, die uns wohl im Alltag kaum bewusst auffallen werden bis hin zu einer spürbaren Schwächung unsers gesamten Körpers kann die beständige Überlastung unseres Körpers durch einen zu hohen Puls viele Folgen nach sich ziehen. Allem voran auf lange Sicht hinaus birgt die Gefahr eines zu hohen Ruhepulses somit ein erhebliches Gesundheitsrisiko, weswegen in jedem Fall eine medizinische Abklärung der Ursachen und anschließende Behandlung der zu hohen Pulsfrequenz im Ruhezustand erfolgen sollte.

Krankheiten und Lebensstil – diese Faktoren beeinflussen den Puls im Alltag

Oftmals sind es diverse Erkrankungen, die in Form einer Begleiterscheinung (Symptome) eine Erhöhung der Pulsfrequenz wie auch des Blutdrucks mit sich bringen. Scheinbar unscheinbare Erkrankungen wie Fieber, eine klassische Grippe, eine allergische Reaktion auf Blüten oder Pollen und natürlich klassisches Fieber stehen in der Regel immer in Verbindung mit einem erhöhten Ruhepuls. Dies ist jedoch nicht bedenklich, denn unser Körper benötigt die erhöhte Herzfrequenz um die Krankheit effizient bekämpfen zu können. Bedenklich wird ein erhöhter Ruhepuls in Folge einer Krankheit erst dann, wenn die Pulsfrequenz einen übermäßig hohen Wert einnimmt und / oder die Belastung über einen Zeitraum von mehreren Tagen anhält. Tritt ein solcher Fall ein, wird in der Regel neben den eigentlichen Erkrankungen auch die erhöhte Herzfrequenz durch den behandelnden Arzt überprüft und wenn nötig medikamentös reguliert.

Krankheiten die häufig zu einer vorübergehenden Pulserhöhung führen sind mitunter:

  • Blinddarmentzündung
  • Blinddarmreizung
  • Blutarmut (Anämie)
  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Burnout Syndrom
  • Darmverschluss
  • Eisenmangel
  • Herzmuskelentzündung
  • Lungenentzündung
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Nierenbeckenentzündung
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Schlaganfall
  • Sonnenstich

Weit bedenklicher ist ein erhöhter Ruhepuls infolge von schlechter Ernährung, ungesunder Lebensweise und sogenannter Wohlstandserkrankungen. Allem voran eine zu übermäßige, zu fette oder zu zuckerreiche Ernährung in Verbindung mit zu wenig Sport führen nicht selten dazu, dass sich der normale Ruhepuls nach und nach erhöht. Es ist ein schleichender Prozess, der nicht selten durch den Konsum von Nikotin und Alkohol verstärkt wird und letzten Endes zu einem krankhaft erhöhten Puls und Blutdruck führt. Somit sind allem voran Aspekte wie die folgenden Faktoren, die den Puls erhöhen können, maßgeblich daran beteiligt, dass unsre Gesundheit durch einen zu hohen Puls nach und nach leidet.

Faktoren die den Puls erhöhen können sind:

  • Übermäßiger / Ungesunder Stress
  • Konsum von Alkohol
  • Übermäßiger Konsum von Kaffee und Tee
  • Konsum von Nikotin
  • Eine ungesunde / einseitige Ernährung
  • Zu wenig Bewegung und sportliche Aktivität

Gesunde Ernährung und Sport – so können Sie ihre Pulsfrequenz beeinflussen!

Gesunde Ernährung für einen normalen Puls

Eine gesunde Ernährung kann den Ruhepuls positiv beeinflussen.
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Doch die Pulsfrequenz kann nicht nur durch eine ungesunde Lebensweise verschlechtert werden, sie kann auch durch eine gesunde Ernährung und sportliche Aktivität im Alltag gefördert werden. Wer an zu hohem Blutdruck und einer zu hohen Herzfrequenz leidet, der kann somit mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung mit vielen Vitaminen und wichtigen Inhaltsstoffen sowie einem ausgeglichenen Sportprogramm nachhaltig seine Gesundheit fördern.

Will man also gezielt einen erhöhten Ruhepuls reduzieren um so den normalen Pulswert zu erreichen gilt es, ungesunde Lebensweisen zu vermeiden und mögliche medizinische Ursachen der erhöhten Pulsfrequenz durch einen Arzt abklären zu lassen. Neben den medizinischen Aspekten kann der Puls reduziert werden indem man:

  • Auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achtet.
  • Ungesunde Aspekte wie Nikotin und Alkohol reduziert / vermeidet.
  • Sportliche Aktivität in den Alltag einbindet.
  • Stressphasen bewusst kontrolliert und reduziert.
  • Ausreichend Ruhephasen in den Alltag einbindet und diese bewusst genießt.

Es ist also an sich ganz einfach, den erhöhten Puls mit wenig Aufwand im Alltag bewusst zu steuern. Lebt man gesund und ausgewogen, achtet man darauf dass Stress nicht übermäßig häufig auftritt und wichtige Ruhephasen zur alltäglichen Routine gehören, dann ist es durchaus ohne medizinische Behandlung möglich, einen zeitweise erhöhten Pulswert zu senken und somit mehr Lebensqualität zu erhalten. Doch natürlich gilt immer, krankhafte Formen des erhöhten Pulses können nicht mit derartigen Maßnahmen alleine behandelt werden. Bevor Sie also mit einer gesunden Lebensweise in Eigenregie ihren Puls regulieren möchten, konsultieren Sie ihren Hausarzt und besprechen Sie mit diesem alle nötigen Voraussetzungen und Besonderheiten.

Verminderter Ruhepuls durch regelmäßige sportliche Aktivitäten

Sportler haben einen niedrigen Ruhepuls

Sportler verfügen in der Regel über einen niedrigeren Ruhepuls.
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Der sogenannte Ruhepuls ist individuell und überaus wichtig für ein gesundes und vitales Leben. Doch gerade die Individualität unseres Körpers führt ihn Zeiten, in denen viele Menschen sich lieber online über gesundheitliche Fragen informieren als direkt mit einem Arzt zu sprechen, gerne einmal dazu, dass der Ruhepuls falsch gewertet wird.

Jeder von uns weiß, dass man ganz einfach den aktuellen Puls mithilfe von technischen Mitteln oder aber dem Tasten an Handgelenk, Stirn oder Hals ganz einfach selbst ermitteln kann. Grundsätzlich ist das auch ratsam, doch wer dann weiß, wie viele Herzschläge in der Minute erfolgt sind, sollte dieses Ergebnis nicht fehlverstehen. Menschen, die sportlich sehr aktiv sind, haben nämlich in der Regel ebenso einen niedrigeren Ruhepuls wie Menschen, die einer starken alltäglichen Belastung zum Beispiel im Beruf ausgesetzt sind. Wenn ihr Ruhepuls also unter den pauschalen Normwerten liegt, bedeutet das nicht, dass sie krank sind oder gar ihre Gesundheit spürbar in Gefahr ist.

Sportlich aktive Menschen, die im Ausdauersport ihren Ausgleich zum Alltag finden, haben in der Regel einen weit niedrigeren Ruhepuls als Menschen, die sich kaum sportlich betätigen. Das ist normal, denn der Körper passt sich beständig dem aktuellen Leistungsanspruch an. Wer viel Leistung abrufen möchte, der ist besser in Form und hat somit einen Ruhepuls der einiges benötigt, um zu steigen und sprichwörtlich „in Fahrt zu kommen“. Bedenken sie dies, bevor sie, versuchen ihren Ruhepuls zu beeinflussen, denn letztlich weiß unser Körper in der Regel, was er braucht und was nicht.

Erhöhte Fettverbrennung durch einen optimalen Pulsschlag

Rund um die Pulsfrequenz gibt es jedoch noch eine ganz große Besonderheit, die nicht selten leider vollkommen falsch genutzt wird. Es geht hierbei um die Fettverbrennung und den Einfluss, den unser Puls auf eben diese nimmt. Gerade im Internet findet man zahlreiche Informationen wie man mit einer hohen Pulsfrequenz schneller und effektiver Abnehmen kann. Grundsätzlich ist das natürlich möglich, denn je schneller unser Herz schlägt umso schneller verbraucht unser Körper die zur Verfügung stehende Energie, und wenn diese nicht durch Essen zugeführt wird, greift unser Körper natürlich auf die Fettreserven zurück.

Doch ACHTUNG. Die Pulsfrequenz beständig künstlich hochzuhalten, um damit schneller abzunehmen, kann enormen Schaden anrichten. Ihr Herzkreislaufsystem zum Beispiel kann durch die ungesunde und unnatürliche Überlastung dauerhaften Schaden nehmen. Herz-Rhythmus-Störungen, Herzmuskelentzündungen und viele weitere bedrohliche Krankheiten drohen, wenn man das Prinzip „Pulsschlag beeinflusst Fettverbrennung“ auf ungesunde Art und Weise nutzen möchte.

Doch eine solche künstliche und negative Beeinflussung ist an sich gar nicht nötig. Denn wer seinen Normalpuls kennt und diesen in Kombination mit einer gesunden Ernährung und passender Sportübungen kombiniert, der kann auf gesunde Art und weise Abnehmen, ohne dabei eine negative Beeinflussung des Pulses oder aber anderer Körperfunktionen vornehmen zu müssen. Wie immer gilt, wer abnehmen möchte, der sollte dies in Verbindung mit einer gesunden und ausgeglichenen Lebensweise tun und nicht auf Kosten der eigenen Gesundheit.

Ruhepuls Messung und Indikator

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