Pflegebetten – unverzichtbar für die häusliche Intensivpflege

Moderne Pflegebetten, kaum von einem klassischen Krankenhausbett zu unterscheiden, kennen wir sie allem voran aus Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Hospizen. Doch das Pflegebett an sich ist nicht allein für den professionellen Pflegebereich konzipiert und ausgelegt. Denn gilt es einen Kranken oder ein älteres Familienmitglied in den eigenen vier Wänden zu versorgen, braucht es nicht selten ein Bett, das allen alltäglichen Herausforderungen der häuslichen Pflege gerecht werden kann und zeitgleich das Wohlbefinden der zu pflegenden Person zu stärken weiß und genau dies bieten moderne Pflegebetten.

Aufbau und Funktionalität moderner Pflegebetten

Ein Pflegebett unterscheidet sich in seiner Bauweise wie auch Nutzbarkeit grundsätzlich von normalen Bettmodellen, die im Alltag genutzt werden können. Bereits im Bereich des Aufbaus zeigen sich die ersten typischen Merkmale des Pflegebettes. Denn im Gegensatz zu einem herkömmlichen Bett verfügt das Pflegebett über eine mehrfach verstellbare Liegefläche, sowie die Möglichkeit die Höhe der Liegefläche den individuellen Bedürfnissen anzupassen.

Ein Pflegebett zeichnet sich aus durch:

  • Eine mehrfach verstellbare Liegefläche.
  • Eine (meist elektrisch) verstellbare Liegehöhe.
  • Eine besondere Matratze die den Ansprüchen der Pflege entsprechen.
  • Abnehmbare Randbegrenzungen

Meist kann die Höhe wie auch Positionierung der Liegefläche mittels elektrischer Bedienung geregelt werden. Dies ermöglicht eine schnelle und komfortable Einstellung, die den Bedürfnissen und Wünschen der zu pflegenden Person entspricht. Doch auch die Matratze eines Pflegebettes ist anders, als die normaler Betten. Denn eine intensive Pflege bedeutet für den Patienten in der Regel sehr lange Liegezeiten. Um durch das lange Liegen keine Wundstellen zu verursachen, verfügen Pflegebettmatratzen über besondere Eigenschaften, die einerseits eine bessere Durchlüftung ermöglichen und andererseits den Körper weitestgehend entlasten. Häufige Anwendung hierbei finden sogenannte Antidekubitus-, Druckverteilung- oder aber Wassermatratzen, die den Anforderungen der intensiven Pflege bestmöglich entgegen kommen.

Der Rahmen eines Pflegebettes:

  • Verhindert dass Patienten aus dem Bett fallen.
  • Ist je nach Modell einfach oder mehrfach abnehmbar / verstellbar
  • Ist aus robusten Materialien gebaut und hält selbst größeren Lasten stand.

Doch auch der Rahmen eines Pflegebettes bietet so manche Besonderheit. Größte Besonderheit hierbei und somit auch klassisches Merkmal des Pflegebettes ist die abnehmbare Rahmenkonstruktion, die je nach Bettmodell aus ein bis vier Teilen besteht. So lässt sich bei Bedarf der Rahmen fixieren, wodurch ein aus dem Bett rollen oder fallen verhindert werden kann.

Ein weiteres wichtiges Merkmal moderner Pflegebetten ist deren robuste und leicht zu pflegende Oberfläche hinsichtlich des Rahmens. In der intensiven häuslichen wie auch stationären Pflege sind Hygiene und Sicherheit wichtige Aspekte und eben diese werden auch von einem Pflegebett erfüllt. Leicht zu säubernde Oberflächen, am Rahmen nicht selten mit rutschfesten Griffbereichen versehen ermöglichen einen modernen und hochwertigen Sicherheit- wie auch Hygienestandard.

Praktisches Zubehör zur individuellen Bedarfsdeckung

Betten für Pflegebedürftige

Ein Pflegebett kann perfekt an die Bedürfnisse des Patienten angepaßt werden.
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Neben der hochwertigen und stabilen Verarbeitung mit allen wichtigen Funktionen für die Betreuung und Pflege eines Patienten bieten moderne Pflegebetten jedoch noch weitere Aspekte, die den Komfort des Patienten erheblich stärken können. Der allseits bekannte Bettgaigen (auch Triangelgriff genannt) zum Beispiel, der als Aufrichtungshilfe in Krankenhäusern aber auch in der häuslichen Pflege wichtig sein kann, stellt eine weitverbreitete und bekannte Sonderausstattung moderner Pflegebetten dar. Doch natürlich gibt es noch weitere Sonderausstattungsmöglichkeiten für Pflegebetten, hierzu gehören mitunter:

  • Fußstützen
  • Infusionshalter
  • Fixierungsmöglichkeiten für den Patienten
  • Triangelgriffe als Aufrichtungshilfe für den Patienten.
  • Anbringungsmöglichkeiten für medizinische Geräte / Pflegemittel
  • Zusätzliche Verstellmöglichkeiten (z.B.: Winkelverstellbarkeit für eine Herz-Lage)

Grundsätzlich bieten moderne Pflegebetten in der heutigen Zeit alle Sonderausstattungen, die in der häuslichen wie auch stationären Pflege gewünscht oder benötigt sein könnten. Allem voran Hersteller mit individuellen Angeboten ermöglichen zudem, die Anfertigung von Bettmodellen, die vollkommen an die Wünsche und Anforderungen des Kunden / Patienten angepasst werden.

Pflegebett, Sanitätshausbett und Seniorenbett – ist das alles das gleiche?

Eine nicht selten entstehende Verwechslung in direktem Zusammenhang mit einem Pflegebett ist dessen Verwechslung mit Sanitätshausbetten oder sogenannten Seniorenbetten. Für den Laien wirken all diese Bettformen wie ein und dieselbe Bettvariante. Doch es gibt klare Unterscheidungen und diese sind nicht allein auf den Preis für die Anschaffung bezogen. Grundsätzlich unterscheiden sich die drei bekannten Bettformen im Pflegebereich durch ihre Charakteristika. Um die Unterschiede zum Pflegebett erkennen zu können, gilt es die Besonderheiten von Senioren- und Sanitätshausbetten zu kennen und diese stellen sich wie folgt dar.

Das Sanitätshausbett

Mit dem Begriff Sanitätshausbett wird eine besondere Form des Pflegebettes für die häusliche Pflege bezeichnet, dass ausschließlich über sogenannte Sanitätshäuser gekauft werden kann und sich in den vergangenen Jahrzehnten als eigenständige Pflegebettvariante etabliert hat.

Das Seniorenbett

Der Begriff Seniorenbett wird oftmals fälschlicherweise mit einem Pflegebett verwechselt, beschreibt jedoch eine besondere Bettvariante, die über eine erhöhte Liegefläche verfügt. Ein typisches Merkmal von Seniorenbetten ist die Höhe der Matratzenoberkante, die bei mindestens 50 cm liegt, je nach Variante jedoch auch höher liegen kann.

Pflegebettarten – Welche Bettvariante für welchen Bedarf?

Es gibt somit klare Unterschiede zwischen Pflege-, Sanitäts- und Seniorenbetten. Doch obgleich nicht jedes Bett gleich ein Pflegebett ist, gibt es nicht nur das eine Bett, dass für die stationäre wie auch häusliche Krankenpflege konzipiert ist. Im Gegensatz. Zahlreiche verschiedene Varianten dieser besonderen Bettform ermöglichen eine bestmögliche Versorgung von Kranken, Alten und Versehrten und das immer mit einem Blick auf nötige Besonderheiten und einen bestmöglichen Liegekomfort für den Patienten. Zu den bekanntesten Spezialpflegebetten zählen in der heutigen Zeit:

Das Aufstehbett

Das Aufstehbett ist eine ganz besondere Form des Pflegebettes, die allem voran dann zum Einsatz kommt, wenn der Patient zwar eine intensive Pflege benötigt, sich jedoch nach wie vor bewegen kann und möchte. Aufgebaut im Stil eines klassischen Pflegebettes ist die große Besonderheit dieses Spezialbettes, das es über eine elektrisch betriebene Aufrichtfunktion verfügt. Diese Funktion kann in der Basisvariante den Patienten aus einer liegenden in eine aufrecht sitzende Position befördern und so zum Beispiel das Essen erleichtern. In einer erweiterten Variante bietet das Aufstehbett zudem noch die Möglichkeit einer Aufstehhilfe und somit einer beinahe vollständigen Aufrichtung der gesamten Liegefläche.

Aufstehbetten werden vordergründig genutzt um:

  • Die Selbstständigkeit des Patienten zu stärken / erhalten.
  • Die Motorik im Pflegeverlauf zu verbessern / trainieren.
  • Den Kreislauf, die Atmung sowie das Magen-Darmsystem zu entlasten.
  • Die aktive und passive Mobilisation des Patienten zu fördern.

Das Seitenlagerungsbett

Eine weitere sehr verbreitete Form des Pflegebettes ist das sogenannte Seitenlagerungsbett. Dieses Spezialpflegebett zeichnet sich allem voran dadurch aus, dass durch eine besondere Funktionalität des Bettes eine dauerhafte Seitenlage des Patienten gewährleistet wird. Möglich macht dies eine jederzeit mögliche Einstellung der flexiblen Seitenteile der Liegefläche, die nach Bedarf aufgestellt werden können und somit den Körper des Patienten in eine Seitenlage zwingen. So kann die Gefahr des „Wundliegens“ nachhaltig reduziert werden und der Dekubitusschutz wird gestärkt. In Verbindung mit einem stabilen Rahmengestell wird zudem gewährleistet, dass der Patient in seiner Seitenlage nicht aus dem Bett fällt.

Seitenlagerungsbetten finden vordergründig Anwendung um:

  • Den Dekubitusschutz zu stärken
  • Die Mobilität von Menschen mit stark eingeschränkter Mobilisation zu verbessern.
  • Patienten im Koma / Wachkoma bestmöglich unterzubringen.

Pflegebetten kaufen – Was kostet ein Pflegebett und worauf gilt es zu achten?

Kosten eines Pflegebettes

Die Kosten eines Pflegebettes werden zum Teil durch den Versicherungsträger übernommen.
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Immer dann, wenn im Zuge einer häuslichen Pflege die Mobilisation der zu pflegenden Person stetig abnimmt und nur noch selten das Bett verlassen wird, steht er an, der Kauf eines Pflegebettes. Sicherlich als eine Investition in die Gesundheit und das Wohlbefinden des zu Pflegenden anzusehen, ist der Kauf nicht immer einfach. Unzählige Modelle, verschiedenster Hersteller scheinen die Auswahl zur Qual der Wahl zu machen und dann ist da noch immer die Frage nach der Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Worauf gilt es also zu achten, wenn man ein Pflegebett kaufen möchte, und muss man es überhaupt immer kaufen?

Kosten und Kaufoptionen – nicht immer muss das Bett gekauft werden!

Die Kosten für ein modernes Pflegebett beginnen je nach Hersteller, Modell und Funktionsumfang sowie Ausstattungsmerkmalen bei einem Kaufpreis von rund 800,00 Euro. Für diesen Betrag erhält man in der Regel ein Basismodell mit allen wichtigen Grundfunktionen und einer vergleichsweise guten Matratze. Wer jedoch besondere Ausstattungsmerkmale wünscht, der muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Hochwertige Modelle mit Sonderausstattungen belaufen sich im Falle eines Neukaufs nicht selten auf über 1.500,00 Euro.

Die Kosten für ein Pflegebett:

  • Beginnen bei rund 800,00 Euro für ein Basismodell
  • Können für Spezialbetten bis zu 2.500,00 Euro betragen.
  • Sind grundsätzlich immer von Modell, Funktionalität und Ausstattung abhängig.

Doch nicht immer muss Bett direkt neuwertig oder aber gebraucht gekauft werden. Längst gibt es auch im Bereich der Pflegebetten sogenannte „Mietoptionen“ bei welchen hochwertigen und nicht selten beinahe neuwertigen Pflegebetten für einen monatlichen Kostenbeitrag angemietet werden können. Vorteil dieser vergleichsweise kostengünstigen Alternative zum Kauf ist in jedem Fall die bedarfsorientierte Nutzbarkeit des Bettes sowie die durch den Vermieter gewährleistete Wartung und Pflege des Bettes.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die Anschaffung eines Pflegebettes ist mit zum Teil sehr hohen Kosten verbunden, da ist die Frage nach einer Kostenübernahme durch die Krankenkassen durchaus ein Thema, welches viele Betroffene beschäftigt. Grundsätzlich ist eine anteilige Kostenübernahme der Anschaffungskosten möglich, jedoch hängt diese maßgeblich von einigen grundlegenden Faktoren ab. Hierzu zählen mitunter:

  • Die Pflegestufe des Patienten
  • Die Art der Versicherung (privat oder gesetzlich)
  • Die nachweisliche Notwendigkeit für die Anschaffung

Natürlich gilt es, noch weitere Aspekte zu beachten. Allem voran die Tatsache, dass beinahe jede Krankenkasse andere Voraussetzungen für eine Kostenübernahme stellt, macht es hier so manchen Angehörigen etwas schwerer. Von Vorteil ist es, die potenzielle Kostenübernahme und alle dafür nötigen Voraussetzungen im Vorfeld des Kaufs abzuklären und somit die Grundlage einer Kostenübernahme zu gewährleisten. Krankenkassen und Versicherungsträger sind verpflichtet, alle notwendigen Voraussetzungen und Bedingungen zu nennen und dies, selbst wenn aktuell kein voraussehbarer Anspruch im Raum steht. Informieren Sie sich also vorab und tätigen Sie erst danach den Kauf, so wissen sie genau, unter welchen Bedingungen ihr Versicherungsträger welchen Anteil der Anschaffungskosten für das Pflegebett tragen wird und welchen Selbstkostenbeitrag Sie selbst aufbringen müssen.

weiterführende Informationen

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