10. SSW (Schwangerschaftswoche) – vom Embryo zum Fötus

Die Frühschwangerschaft neigt sich dem Ende zu – der Kinderwunsch rückt allmählich in greifbare Nähe. In der 10. Schwangerschaftswoche (SSW) befinden Sie sich bereits mitten im dritten Schwangerschaftsmonat. Müdigkeit und schnelle Erschöpfung wird Sie noch eine Weile begleiten – gönnen Sie sich mehr Ruhe als sonst oder machen Sie öfter mal ein Nickerchen zwischendurch. Die meisten Frauen bemerken nun auch eine Veränderung an Haut und Haaren.

Ab jetzt pumpt Ihr Herz mehr Blut durch Ihre Adern, was in weiterer Folge dazu führt, dass Ihr Körper über 40 bis 50 Prozent mehr Blut verfügt. Ihr Baby ist nun annähernd 2cm groß. Die kritische Phase, in der es zu Fehlbildungen kommen kann, ist jetzt vorbei. Ihr Baby nimmt weiterhin immer menschlichere Züge an – erste Zahnknospen entstehen. Das Herz ist bereits vollständig entwickelt. Die Genitalien beginnen sich zu bilden, jedoch ist es noch zu früh dies am Ultraschallbild zu erkennen. Das Gewicht des Fötus wird deutlich mehr und das Lebewesen reagiert auf äußere Einflüsse durch Bewegungen. Ein Schwangerschaftsabbruch ist in der 10. SSW noch möglich.

Wie weit ist der Fötus bereits entwickelt?

Ab der 10. Woche der Schwangerschaft kann der Embryo offiziell als Fötus bezeichnet werden. Das Herz ist prinzipiell vollständig ausgebildet – die Herztöne lassen sich nun erstmals messen. Der Arzt kann die Größe und das Gewicht des Babys am Ultraschall nun sehr genau eruieren. Ihr Baby kann bereits schlucken und treten. Fingernägel entstehen, die Zehen lösen sich von Ihren Schwimmhäuten. Der Fötus nimmt allmählich die Form an, die er bis zur Geburt beibehalten wird.

Augen und Ohren sind noch nicht dort, wo sie hingehören – bewegen sich aber immer mehr in die richtige Richtung. Nase und Mund entwickeln sich stetig weiter. Der nach vor geneigte Kopf hebt sich wodurch Nacken und Kinn zum Vorschein kommen. Das Baby ist bereits Aktiv und macht vielfältige Arten der Bewegung. Nieren, Arme und Schultern werden gebildet.

Entwicklung der Mutter: Wie verändert sich der Körper der Frau?

Leute, die nichts von Ihrer Schwangerschaft wissen, werden vermutlich nicht erkennen, dass in Ihnen bereits ein Kind heranwächst. Ihre Gebärmutter hat nun zwar bereits die Größe einer Grapefruit, der Bauch ist aber noch nicht offensichtlich erkennbar. Die erhöhte Blutmenge, die jetzt durch Ihren Körper gepumpt wird, kann zu Kreislaufstörungen führen. Körperliche Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit, gehören ebenfalls zur Tagesordnung.

Weitere körperliche Veränderungen und Symptome durch die hormonelle Umstellung:

  • Größere Brüste
  • Hautprobleme (Pickel, Akne, trockne Haut)
  • Haarprobleme (glänzendes dichtes oder aber auch kraftloses, strähniges Haar)
  • Vergrößerter Bauchumfang durch Verstopfungen

Was kann man zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen tun?

Grundsätzlich ist die Behandlung des Körpers mit sanften Ölen eine gute Idee. Wenn Sie Ihren Körper mit Massageölen behandeln, achten Sie darauf, dass es sich dabei NICHT um ätherische Öle handelt. Manche davon können Wehen auslösen.

Diese Öle sind für die Körperbehandlung in der Schwangerschaft geeignet:

  • Mandel-Öl
  • Wildrosen-Öl
  • Jojoba-Öl

Körperpflege in der Schwangerschaft

Viele Frauen fühlen sich in der Schwangerschaft attraktiver als sonst, andere haben mit hoher Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen und Schwangerschaftsdiabetes zu kämpfen und würden am liebsten das Haus gar nicht mehr verlassen. Oft sind das aber nur wenige Wochen der Schwangerschaft wo es Ihnen so geht. Für die meisten Frauen spielt die richtige Pflege in der Schwangerschaft demnach auch eine schwerwiegende Rolle. Hygiene und Körperpflege kann Ihnen dabei helfen, sich besser zu fühlen und damit auch so manch ein Schwangerschaftsleid lindern.

Haarpflege

Wenn Sie eine jener Frauen sind, deren Haare aufgrund der erhöhten Produktion von Östrogen schneller fetten, können Sie sich mit selbst gemachten Spülungen aus Zitrone und Essigwasser schnell Abhilfe verschaffen. Lassen Sie das Haar nach Möglichkeit an der Luft trocknen, so verhindern Sie ein schnelles Nachfetten. Tägliches Duschen oder ein entspannendes Bad am Abend tut Ihrem Körper gut.

Hautpflege

Versuchen Sie von Anfang an konsequent mit der Hautpflege zu sein. Nur so kann es Ihnen gelingen schwangerschaftstypischen Hautproblemen vorzubeugen. Wenn Sie ein Sonnenbad nehmen, sollten Sie unbedingt daran denken, sich sorgfältig einzucremen.

Zahnpflege

Durch die hormonelle Veränderung wird das Zahnfleisch besser durchblutet. Durch das weiche, aufgelockerte Zahnfleisch sind Sie anfällig auf Entzündungen und das Zahnfleisch schwillt möglicherweise an. Zu häufiges Zähneputzen verursacht Zahnfleischbluten. Verwenden Sie zwischendurch Zahnseide und Mundspülung, um Zahnfleischbluten zu vermeiden. Das Zähneputzen abends und morgens sollte natürlich weiterhin beibehalten werden. Zu beginn der Schwangerschaft sollten Sie Ihre Zähne überprüfen und gegebenenfalls in Ordnung bringen lassen (z.B. Zahnstein entfernen). Schwerwiegende Eingriffe sollten besser nach der Geburt vorgenommen werden

Wie sollte sich eine Frau in der Schwangerschaft ernähren?

Gesunde, ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig für Sie und Ihr Kind! Foto (c) bigstockphoto.com/205856869/dolgachov

Eine ballaststoffhaltige Ernährung trägt dazu bei, Darmbeschwerden vorzubeugen. Diese Lebensmittel sollten Sie nun vermehrt zu sich nehmen:

  • Obst
  • Gemüse
  • Vollkornprodukte
  • reichlich Flüssigkeit

Tipps für gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Für die Entwicklung des Neuralrohrs ist es jetzt sehr wichtig für Sie Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die viel Folsäure enthalten.

Diese Lebensmittel sind gut für Sie:

  • VIEL: Obst, Gemüse, Vollkornprodukte
  • Folsäurehaltige Lebensmittel: Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Milchprodukte, jodiertes Speisesalz
  • Ballaststoffe sind gut für die Verdauung: Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte

Besteht in dieser Zeit noch ein Fehlgeburtsrisiko?

Eine Fehlgeburt ist prinzipiell bis zur 20. SSW möglich, die meisten passieren jedoch innerhalb der ersten drei Monate. Eine positive Nebenwirkung gesunder Ernährung in der Schwangerschaft und am Verzicht von Nikotin und Alkohol ist die Tatsache, dass Sie das Risiko einer Fehlgeburt dadurch mindern. In der 10 Schwangerschaftswoche ist das Risiko, dass Ihr Körper den Fötus abstoßt zwar nicht mehr so hoch aber immer noch gegeben. Im Falle einer Risikoschwangerschaft ist die Gefahr einer Fehlgeburt natürlich erhöht.

Man spricht man von einer Risikoschwangerschaft wenn:

  • die werdende Mutter 35 Jahre oder älter ist
  • vorgehende Schwangerschaften zu Komplikationen geführt haben
  • vorgehende Schwangerschaften einen Kaiserschnitt gefordert haben
  • die Mutter eine chronische Krankheit/ Stoffwechselerkrankung hat

In diesen Fällen entscheidet der Frauenarzt, ob eine (geplante) Schwangerschaft ratsam ist. Eine Fehlgeburt ist meist eine traumatische Erfahrung für eine Frau, die Schwanger war und doch verlaufen nachfolgende Schwangerschaften meist ohne weitere Komplikationen.

10. SSW (Schwangerschaftswoche) – vom Embryo zum Fötus
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