Was ist Gürtelrose?

Die so genannte Gürtelrose wird durch das Virus „Varicella zoster“ ausgelöst, wobei hier allerdings die Weichen für eine mögliche Erkrankung schon in der Kindheit gestellt werden. Wenn ein Kind nämlich an Windpocken erkrankt, so kann hierfür in der Regel besagtes Virus verantwortlich gemacht werden. Selbst nach Auskurieren der Windpocken verbleibt das Virus in den Nervenbahnen. Sobald es durch spezielle Einflüsse und unter bestimmten Bedingungen wieder reaktiviert wird, kommt es in der Konsequenz zur Gürtelrose. In Anlehnung an die Bezeichnung des Virus‘ spricht man bei Gürtelrose auch von Herpes zoster. Insgesamt handelt es sich dabei um eine sehr schmerzhafte und mit infektiösen Bläschen einhergehende akute Infektion, die vornehmlich in bestimmten Regionen des Körpers auftritt.

Die Symptome und Ursachen der Gürtelrose

Die Windpocken sind eine typische Kinderkrankheit, von der ein Großteil der Jungen und Mädchen bis zu ihrem 12. Lebensjahr betroffen ist. Zu beachten ist, dass die Windpocken keineswegs in jedem Fall vollständig „verschwinden“. Vielmehr kümmert sich das Immunsystem um die „Überbleibsel“ bzw. um die Auslöser und hält diese über viele Jahre hinweg – im Idealfall ein ganzes Leben lang – in Schach. Kommt es jedoch zum Beispiel durch zu starken Stress oder durch ein geschwächtes Immunsystem zu einer Reaktivierung des Virus‘ Varicella zoster, dann kommt es zu einer Gürtelrose. Je nachdem, in welchen Nervenbahnen besagte Krankheitsauslöser seit dem Auskurieren der Windpocken angesiedelt waren, bahnt sich die Infektion häufig von der Wirbelsäule aus um den Körper herum ihren Weg. Die optische Beschaffenheit der betroffenen Hautpartien erinnert zumindest entfernt an einen Gürtel, auch bedingt durch die charakteristische Anordnung der geröteten Hautstellen und der Bläschen.

Die Symptome sind bei erwachsenen Gürtelrose-Patienten sehr schmerzhaft, wobei sich die Infektion in der Anfangsphase durch brennende Hautrötungen und nicht zuletzt auch in Form juckender und schmerzhafter Bläschen bemerkbar macht.

Die Inkubationszeit

Angesichts der Tatsache, dass bei der Gürtelrose bereits vorhandene Erreger wieder aktiviert werden, ist es relativ schwierig, die Inkubationszeit präzise zu bestimmen. Trotzdem ist es möglich, einen Wert vom Zeitpunkt der Reaktivierung bis zum tatsächlichen Ausbruch der Symptome einer Gürtelrose zu ermitteln. Demgemäß spricht man in diesem Zusammenhang von einer Inkubationszeit von etwa 21 bis 24 Tagen. So lange kann es also dauern, bis die Krankheit nach der Übertragung bzw. der Reaktivierung ausbricht.

Fakt ist auch, dass die Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus‘ zumeist erst nach vielen Jahren des „Schläferdaseins“ erfolgt. Wie die Erfahrung oftmals zeigt, erkranken meist Menschen in den mittleren Lebensjahren an Gürtelrose.

Gürtelrose in Schwangerschaft und Stillzeit

Im Normalfall hilft eine medikamentöse Behandlung, um die Symptome zu lindern und die Krankheit zu stoppen. Anders hingegen verhält es sich in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit. Denn unter diesen besonderen Voraussetzungen ist die Gabe von Medikamenten gerade auch mit Blick auf das Baby mit erheblichen Risiken verbunden. Modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge besteht dennoch nicht in jedem Fall ein Grund zur Besorgnis.

Windpocken Gefahr für Baby

Windpocken: Gefahr für Baby

Eine weitaus größere Gefahr für das Baby stellen Windpocken dar, die Gürtelrose hingegen ist für das Ungeborene eher ungefährlich: Weil die werdende Mutter in ihrer Kindheit aufgrund ihrer Vorerkrankung an Windpocken bereits Antikörper gebildet hat, werden diese selbst Jahre nach der Krankheit in der Schwangerschaft direkt an das junge Leben weitergegeben.

Wenn man bedenkt, dass die Gürtelrose für das Kind keine nachteiligen Auswirkungen mit sich bringt und das Verabreichen von Medikamenten ohnehin schädlich für das Baby sein kann, ist stets im Einzelfall zu prüfen, inwiefern die Gürtelrose während der Schwangerschaft überhaupt behandelt wird. Eine vielversprechende Möglichkeit ist es, die betroffenen, juckenden und schmerzenden Stellen in regelmäßigen Abständen mit einer Zinklotion einzureiben. Diese sanfte Prozedur wird von den meisten werdenden Müttern, die an einer Gürtelrose leiden, als äußerst wohltuend beschrieben, und die Lotion lindert außerdem das Brennen und den Juckreiz.

Wenn Kinder an Gürtelrose erkranken

Üblicherweise gelangen Kinder zuerst mit dem Zoster Virus in Kontakt, woraufhin bekanntlich Windpocken ausbrechen können. Je jünger die Kinder sind, desto leichter ist der Krankheitsverlauf. Überhaupt tritt eine Gürtelrose bei kleineren Jungen und Mädchen nur dann auf, wenn ihr Immunsystem bedingt durch unterschiedlichste Einflüsse geschwächt ist. Dann ist eine sofortige Konsultation des Kinderarztes erforderlich, um eine Verbreitung der Viren und eine weitere Belastung des Nervensystems zu verhindern.

Herpes zoster – der Verlauf

Macht sich zunächst ein rötlicher Hautausschlag meist von der Wirbelsäule aus um die Hüften herum bemerkbar, entstehen schon im weiteren Stadium herpesartige Bläschen auf der Haut, die erst jucken und später in einem heftigen, stechenden Brennen resultieren. Etwa drei bis fünf Tage danach verschmelzen die Bläschen, ihre Oberfläche ist somit stark gespannt und fühlt sich folglich sehr schmerzhaft an. Die Betroffenen fühlen sich überdies müde, erschöpft, sie verspüren Übelkeit, Kopfschmerzen sowie in einigen Fällen auch Schwindel. Weitere sieben bis zehn Tage später bildet sich Lymphe im Inneren der Bläschen, diese platzen und die Flüssigkeit tritt aus. Sobald sie auf der Haut antrocknet, bildet sich ein gelblich brauner Film, welcher langsam, aber stetig austrocknet. Nach etwa zwei bis vier Wochen verschwinden diese trockenen Hautbereiche, und auch die übrigen Symptome der Symptome gehen langsam, aber sicher wieder zurück.

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