Volkskrankheit Akne

Akne gehört ganz klar zu den Volkskrankheiten in Österreich, denn nahezu jeder Jugendliche hat in seiner Pubertät mehr oder weniger damit zu tun. Der große Unterschied liegt oftmals in der Intensität. Während ein großer Teil der Betroffenen eher mit vereinzelten Pickeln oder Mitessern zu kämpfen hat, gibt es auch durchaus schwere Verlaufsformen der Akne, die für die Betroffenen zu einem echten Problem werden. Doch was unterscheidet diese einzelnen Formen der Akne und was lässt sich dagegen tun? Unser Ratgeber für Betroffene soll hier eine aussagekräftige Hilfestellung geben.

Was ist Akne und welche Formen dieser Krankheit kommen häufig vor?

Akne ist eine sehr häufig auftretende Hautkrankheit, in deren Folge es zu Pickeln, Mitessern, aber auch Pusteln und schmerzhaften Knötchen auf der Haut kommen kann. Neben dem Gesicht sind vor allem die Schultern, der Rücken und auch die Brust betroffen. Im Bereich der Akne sind bezüglich des Schweregrads zwei verschiedene Formen zu unterscheiden:

  1. Die physiologische Akne
    Bei dieser leichteren Ausprägung der Akne entstehen lediglich einige Pickel und Mitesser und der Verlauf erstreckt sich im Normalfall nur über 2-3 Jahre. Oftmals lässt sich die physiologische Akne mit einer guten Hautpflege sowie frei verkäuflichen Mitteln gegen Pickel sehr gut in den Griff bekommen.
  2. Die klinische Akne
    Diese sehr schwere Verlaufsform der Akne ist mit Papeln, Pusteln und sogar entzündeten Knötchen verbunden, die mitunter zur seelischen Belastung werden. Die klinische Akne kann zwischen 5 und 20 Jahre dauern und bedarf normalerweise einer ausgedehnten Therapie.

Darüber hinaus gibt es auch noch unterschiedliche Ausprägungen von Akne, die in der folgenden Tabelle näher ausgeführt werden:

Akne-FormErklärung
Acne comedonicaMitesser (offen oder geschlossen), häufiges Auftreten im Gesicht, wenig Entzündungen
Acne papulo-pustulosaMitesser, Pusteln und entzündliche Knötchen im Gesicht, am Rücken, an der Brust und an den Oberarmen, mögliche Narbenbildung
Acne conglobataentzündliche Knoten, die miteinander verschmelzen und sogenannte „Gänge“ bilden, typische Akne-Narben als Folge

Tabelle 1: Ausgewählte und häufige Formen der Akne

Wie entsteht Akne und welche Ursachen sind auszumachen?

Akne in der Pubertät

Akne in der Pubertät

Die hauptsächliche Ursache fürAkne zu suchen, denn während dieser Zeit sorgen männliche Hormone dafür, dass sich die Talgdrüsen vergrößern und dementsprechend auch mehr Talg produzieren. Da jedoch die Zellen am Talgdrüsenkanal (der Gang von den Talgdrüsen zur Hautoberfläche) gleichzeitig auch mehr Verhornungsmaterial herstellen, kommt es zur Bildung von Mitesser-Vorstufen, die später zu Mitessern werden. Diese lassen sich in offene (Mitesser mit schwarzem Punkt aus Melanin) und geschlossene Mitesser kategorisieren. Sollte es dabei jedoch zu einer zu starken Besiedlung mit dem Bakterium Propionibacterium acnes kommen, entstehen Entzündungen und damit die gefürchteten Pusteln, Papeln und Knötchen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Erhöhte Talgproduktion infolge hormoneller Veränderungen während der Pubertät führt in Verbindung mit Verhornungsproblemen zu Mitessern
  • Mitesser können sich zudem durch Bakterien entzünden und Pusteln, Papeln und Knötchen bilden

Welche Behandlungsmöglichkeiten existieren gegen Akne?

In der Literatur wie in Fachmedien werden sehr viele Möglichkeiten im Kampf gegen Akne aufgezählt. Dies liegt an der Tatsache, dass es zahlreiche Ansatzpunkte gibt, um den verhängnisvollen Prozess zu unterbrechen. Die folgenden Tipps und Hinweise geben Hilfestellung für die Betroffenen:

  • Die Hautpflege sollte nicht übertrieben Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich nur einmal täglich gründlich das Gesicht zu reinigen. In diesem Fall sollten nur parfümfreie und PH-neutrale Seifen oder Waschlotionen zum Einsatz kommen.
  • Fettige und ölige Lotionen sowie Cremes sind bei Akne tabu. Auf diese Weise würden nur die Poren verstopft und die Akne verschlimmert sich letztlich sogar. Für die Hautpflege lieber Feuchtigkeitscremes verwenden, die auf Wasser basieren.
  • In punkto Ernährung kommt es sehr auf den Einzelfall an. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass gesättigte Fettsäuren und Transfette sich tendenziell eher ungünstig auf den Verlauf einer Akne auswirken. Die Reaktion des Körpers ist jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich. Aus diesem Grund ist es wichtig, eventuelle persönliche Empfindlichkeiten in Bezug auf Nahrungsmittel und die Akne ernst zu nehmen. Eventuell lässt sich durch leichte Änderungen am Speiseplan mitunter eine große Linderung erzielen.
  • Hauterneuernde Peelings tragen die oberste Hautschicht sanft ab und helfen so gegen die Verhornungsprobleme. Hier ist allerdings eine Nachsorge mit Feuchtigkeitscremes (möglichst fettfrei) sehr wichtig und die Anzahl der Anwendungen sollte auf 5-8 pro Monat beschränkt werden, um die Haut nicht zu sehr zu beanspruchen.
  • Ein Kamillendampfbad hilft dabei, die Poren zu öffnen und kann zudem auch eine entzündungshemmende Wirkung entfalten. Somit lässt es sich gegen Akne sehr gut unterstützend einsetzen.

Sollten solche Mittel und äußeren Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist eine systemische Akne-Therapie erforderlich. Hierbei kommen Medikamente für die innere Anwendung zum Einsatz. Hierfür stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  • Antibiotika gegen die Entzündungen von Pickeln und Mitessern (nur kurzfristig, um Resistenzen zu vermeiden)
  • Retinoide (Vitamin-A-Säure-Derivate – wirken nicht gegen die Entzündungen)
  • Frauen erhalten oft die Anti-Babypille, um den Androgenen entgegenzuwirken

Die Mittel der systemischen Akne-Therapie werden im Normalfall fast immer in Kombination mit äußeren Anwendungen genutzt, um den Effekt zu verstärken. Die Chancen einer Linderung sind dabei recht groß.

Wie lassen sich Akne-Narben vermeiden oder behandeln?

Natürlich stellt das wichtigste Ziel einer Akne-Behandlung die Verhinderung einer Narbenbildung dar. Aus diesem Grund sollte gerade bei schweren Formen der Akne möglichst früh eine Behandlung durchgeführt werden. Je länger Betroffene warten, desto größer ist die Gefahr der belastenden Narben. Sollten sich diese bereits gebildet haben, gibt es verschiedene Optionen, um Korrekturen vorzunehmen:

  1. Spezielles Make-up nutzen, welches die Narben kaschiert
  2. Besondere Peelings, die vom Arzt verordnet werden
  3. Kollageninjektionen
  4. Laserbehandlungen

Je nach Einzelfall können Betroffene mit ihrem Arzt die passenden Therapie-Optionen gegen die Narben auswählen. So lassen sich Unverträglichkeiten ausschließen und letztlich ein möglichst hilfreiches Ergebnis erzielen.

Fazit

Akne ist ein Volksleiden, welches mit Beginn der Pubertät sehr viele Jugendlich in Österreich betrifft. Auch wenn die Mehrzahl der Fälle eher glimpflich verläuft, gibt es auch einen großen Anteil von Personen mit klinischer Akne. Diese bedürfen einer Behandlung, um sowohl den kosmetischen Effekt zu mildern als auch schmerzende Entzündungen zurück zu drängen. Darüber hinaus lässt sich durch eine frühe Behandlung einer Narbenbildung vorbeugen, die später nur mit hohem Aufwand wieder rückgängig gemacht werden kann. Glücklicherweise macht auch hier die Medizin Fortschritte und bietet immer mehr Ansätze für eine wirksame Therapie.

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