Stressbewältigung – Methoden, Übungen & Strategien

Wir leben in einer hektischen Zeit und die meisten Menschen haben genau davon zu wenig. Stress beschreibt einen Zustand dauerhafter körperlicher und psychischer Anspannung. Dafür kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Berufliche Anforderungen, die doppelte Belastung durch Familie und Beruf oder auch Termindruck sowie Konflikte im Freundeskreis können der Auslöser sein. Bei Stress wird der Körper in eine erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Es folgt eine Aktivierung der Energiereserven in den Muskeln und im Gehirn, es folgt ein Anstieg vom Blutdruck und der Adrenalinspiegel schießt in die Höhe. Kurzfristiger Stress wirkt sich positiv aus und steigert die Leistungsfähigkeit. Langanhaltender Stress hingegen kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Umso wichtiger ist, es einen passenden Ausgleich zu schaffen, sich zu erholen und zu regenerieren. Wochenenden und Urlaub sollten wirklich als Freizeit genutzt werden, um die Seele baumeln zu lassen und auszuspannen.

Welche Symptome können entstehen?

Wer länger und ständig unter Druck steht, der neigt häufiger zu

  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
  • Muskelverspannungen
  • Schlafstörungen
  • Migräne
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Depressive Verstimmungen
  • Herz-Kreislauferkrankungen

Eine dauerhafte Stresssituation führt zu einer Überforderung und starker Erschöpfung, die dann als das sogenannte „Burnout-Syndrom“ bezeichnet wird.

Es ist nach wie vor noch so, dass den größten Teil der Familienarbeit Frauen leisten. Sie kümmern sich um die alltägliche Versorgung der Kinder und auch um die Betreuung und Pflege von älteren oder kranken Angehörigen. Diese Doppelbelastung trifft ganz besonders berufstätige Frauen und Mütter und kann der Grund für Stress sein. Die familiäre, soziale und ökonomische Situation spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Bedingungen und Anforderungen am Arbeitsplatz. Auf das Wohlbefinden und die Gesundheit von erwerbstätigen Frauen wirken sich die berufliche Stellung, die Arbeitszeit und die Art der Arbeit aus. Weiterhin das Alter und die Zahl der Kinder, die wirtschaftliche Situation der Familie, der Wohnort und Wege zur Arbeit und Schule. Und das sind noch längst nicht alle Aspekte.

Was ruft den Stress hervor?

Stressfaktoren können

  • Unflexible Arbeitszeiten
  • Keine Kinderbetreuungsangebote
  • Keine Entlastung durch Partner oder andere Familienmitglieder
  • Wenig Unterstützung am Arbeitsplatz
  • Eintönige und körperlich belastende Tätigkeiten
  • Schlechte Arbeitsbedingungen
  • Angst vor Arbeitsplatzverlust

sein. Besonders trifft das Frauen mit kleinen Kindern. Die häufigsten Erkrankungen von Müttern sind psychosomatische und psychische Beschwerden, insbesondere Erschöpfungssyndrome. Studien haben ergeben, dass die stärkste Belastung der Gesundheit bei allein erziehenden Müttern liegt.

Dem Stress vorbeugen

Stree vorbeugen

Stree vorbeugen

Der Stress lässt sich durch beispielsweise flexible Arbeitszeiten erleichtern. Im häuslichen Bereich sollte die Verantwortung und Arbeit auf beide Partner aufgeteilt werden, so dass keiner von beiden eine besondere Mehrbelastung zu bewältigen hat. Väter, die sich mit den Müttern die Elternzeit teilen, gibt es heute immer mehr. So kann für beide Elternteile ein Ausgleich geschaffen werden, bei dem jeder den anderen unterstützt und keiner zurückstecken muss. Der Einklang im Familienleben und Alltag lässt sich auf diese Weise leichter herstellen.

Wie geht die Stressbewältigung?

Den Alltag zur organisieren bedeutet für viele Menschen Stress. Dabei ist es nicht nur wichtig, dass dem Stress rechtzeitig vorgebeugt wird, sondern auch das Lernen von Wegen positive Wirkungen von Stress zu nutzen und mit stressigen Situationen umzugehen. Ein individuelles Zeitmanagement kann vielen schon Erleichterung bringen. Überforderungserscheinungen oder stressbedingte gesundheitliche Schäden lassen sich oft so schon vermeiden. Seine Zeit individuell zu managen kann durch ökonomische Arbeitsweisen geschehen, durch verkürzte Arbeitswege und klare Zielsetzungen. Überflüssige Tätigkeiten im Alltag entfernen, lernen Prioritäten zu setzen, lernen auch mal „Nein“ zu sagen und sich mehr Zeit für ausgleichende und entspannende Dinge zu gönnen, sind ein guter Anfang, dem Stress entgegenzuwirken.

Es geht nicht immer Stress zu vermeiden. Umso wichtiger ist es, sich eine Methode für den Stressabbau zurechtzulegen. Mit ausgewogener Ernährung lässt sich das Immunsystem unterstützen und die Gesundheit fördern. Um sich für einige Zeit aus dem Alltag zu befreien und zu entspannen können Sport und Bewegung an der frischen Luft helfen. Auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Meditation oder Yoga sind hilfreich. In der Sauna oder bei der Atemtherapie die Seele baumeln lassen oder bei Unternehmungen mit Freunden und Familie die Arbeit aus dem Kopf verbannen und sich auf schöne Dinge zu konzentrieren. Schon fünf Minuten Bewegung in einer grünen Umgebung wirken sich positiv aus, wie eine Studie ergab.

Es ist oft leichter gesagt als getan sich an die verschiedenen Dinge zu halten. Doch jeder Mensch sollte sich selbst so nah sein und versuchen seinen Körper immer wieder mal zur Ruhe zu bringen, um die Folgen von Dauerstress zu reduzieren. Im schlimmsten Fall kommt es zum Burnout, der einen dann wirklich für eine längere Zeit außer Gefecht setzt. Das Burnout-Syndrom beschreibt das Gefühl ausgebrannt zu sein. Dabei ist der Patient in einem Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung und hat eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Je nach Fortschreiten der Erkrankung kann es zu einer Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung kommen. Wissenschaftlich gibt es keine Anerkennung für das Burnout-Syndrom als Krankheit. Es gilt im ICD-10 vielmehr als Problem der Lebensbewältigung. Eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung, die durch berufliche oder anderweitige Überlastung bei der Lebensbewältigung hervorgerufen wurde, ist die Folge. Meist ist der Stress der Grund, der aufgrund der verminderten Belastbarkeit nicht zu bewältigen ist. Immer mehr Menschen bekommen in den letzten Jahren die Diagnose Burnout. Auch wenn der Burnout nicht als Krankheit anerkannt ist, hat er sich im Laufe der letzten Jahren weit verbreitet und durch die schnelllebige Zeit sind viele Menschen davon betroffen.

Wer das Gefühl hat, mit seinem Leben überfordert zu sein und nichts mehr auf die Reihe zu bekommen, sollte sich einen Therapeuten suchen, der ihm hilfreich zur Seite steht.

Therapeuten vermitteln Tipps und Hilfestellungen, die sich auch mit dem Alltag verbinden lassen. Je nachdem wie weit der Stress sich schon manifestiert hat und die Symptome erkennbar sind, kann ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik erforderlich werden. Ambulante Therapien können in manchen Fällen auch ausreichend sein. Es hängt natürlich immer auch vom jeweiligen Patienten und seiner Konstitution ab, inwieweit er sich vom Stress beeinflussen lässt oder wie weit der Stress geht.

Wie merkt man, ob man Stress hat?

Jeder spürt den Stress auf eine andere Art und Weise. Ob der Stress positiv oder negativ wahrgenommen wird, kommt auf die eigenen Empfindungen an. Jemand, der Fallschirmspringen mag, hat beim Sprung den Nervenkitzel und positiven Stress. Jemand, der zum Fallschirmspringen gezwungen wird, hat hingegen einen negativen Stress. Und so ist es mit vielen Dingen im Leben. Was der Eine als positiv empfindet, kann für einen anderen ganz furchtbar und negativ behaftet sein. Wer den negativen Stress über längere Zeit hat, der spürt das an seiner Psyche und am Körper. Leichte und auch schwere Krankheiten können in der Folge entstehen. Eine Untersuchung hat ergeben, dass sich emotionaler Stress auf den Ausbruch von Erkältungskrankheiten, Aids, Herpes und Magen-Darm-Problemen auswirkt.

Die krankmachenden Effekte sogenannter Stresshormone sind in etlichen Studien belegt worden. Langfristig Schäden an den Blutgefäßen entstehen durch die erhöhte Konzentration von Adrenalin, Noradrenalin oder Cortisol im Blut, die bei Stress produziert werden. Der Körper schützt sich durch eine unnatürliche muskuläre Anspannung vor Stress, die sich beispielsweise in Rückenschmerzen bemerkbar machen kann. Zähneknirschen kann eine weitere Folge sein, die die Zähne schädigen kann.

Dem Stress wird zudem eine mit- bzw. verursachende Wirkung von Übergewicht zugeschrieben. In der Selfish-Brain-Theorie wird dem Stress bei der Entstehung von Übergewicht sogar eine zentrale Rolle zugesprochen. Für Herzkrankheiten ist Stress ein weiterer Risikofaktor, auch für die netzhautbedingte Sehstörung Retinopathia centralis serosa.

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