Schlaganfall – hier zählt jede Minute

Ein Schlaganfall ist lebensbedrohlich und schlägt meist ohne Vorwarnung zu. Es handelt sich dabei um eine anhaltende Störung der Gehirnfunktion und eine Minderversorgung des Gehirns mit Blut. Rund 15 Millionen Menschen erleiden weltweit jedes Jahr einen Schlaganfall. Neugeborene und Kinder können ebenfalls davon betroffen sein. Da pro Minute 2 Millionen Gehirnzellen absterben, muss den Betroffenen schnell geholfen werden. Dies zieht katastrophale Folgen nach sich, meist eine Behinderung und kann sogar bis zum Tod führen. Die Schlaganfallambulanz ist daher meist rund um die Uhr im Einsatz.

Schlaganfall in Österreich

In Österreich erleiden jährlich rund 25.000 Menschen einen Schlaganfall. Alle 20 Minuten erleidet in Österreich ein Patient einen Schlaganfall. Der Grund dafür: durch einen Blutstau wurde das Gehirn nicht mehr richtig durchblutet. Hierzulande gibt es zwei Möglichkeiten einen Schlaganfall zu behandeln: die medikamentöse Variante (Thrombolyse) und/oder eine Entfernung des Gerinnsels mittels Katheter. Gelingt die Entfernung mittels Thrombolyse nicht, kommt der Katheter zum Einsatz. Bei leichten bis mittleren Schlaganfällen lag die Erfolgsquote in Österreich bislang bei 65 bis 70 Prozent. Seit Einführung der Thrombektomie hat sich die Zahl auf 80 Prozent erhöht. Die Anzahl der Thrombektomien ist seit dem Jahr 2013 deutlich angestiegen, sodass im Jahr 2016 bereits rund 1200 solche Eingriffe durchgeführt wurden.

Blutstau im Gehirn

Schlaganfall entsteht durch Blutstau im Gehirn
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Die Anzeichen und Symptome sind meist eindeutig erkennbar

Wenn Symptome wie Migräne und Sehschwäche über einen längeren Zeitraum andauern, ist dies ein eindeutiges Zeichen eines Schlaganfalls. Bei Kindern sind heftige Kopfschmerzen häufig Anzeichen eines Schlaganfalls. Folgende Symptome können Anzeichen eines Schlaganfalls sein:

  • Stechende Kopfschmerzen
  • Seh- und Sprachstörungen
  • Lähmungen
  • Hängender Mundwinkel
  • Hoher Blutdruck
  • Schwindelgefühl
  • Taubheitsgefühl

Es können natürlich auch mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. Wenn Sie merken, dass jemand in Ihrer Umgebung einen Schlaganfall erleidet, ist es wichtig, sofort zu Handeln. Als erstes sollte man die betroffene Person in eine sichere Position bringen und umgehend einen Notarzt verständigen. Äußern Sie Ihren Verdacht und schildern Sie die Symptome. Sorgen Sie für Frischluft, versuchen Sie die Person zu beruhigen und nach Möglichkeit in eine liegende Position mit leicht erhöhtem Oberkörper zu bringen. Überprüfen Sie regelmäßig Atmung und Puls.

Ursachen für einen Schlaganfall sind vielfältig

In vier von fünf Fällen ist die Ursache ein Blutgerinnsel im Gehirn, das die Adern verstopft, sodass ein Teil des Gehirns nicht mehr durchblutet werden kann. Sobald die Hirnzellen keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe mehr erhalten, sterben sie ab. Nur wenn die Ursache des Schlaganfalls richtig erkannt wird, kann dieser optimal behandelt werden. Meist ist der hohe Blutdruck ein Auslöser für einen Schlaganfall. Etwa ein Drittel aller Schlaganfälle geht auf einen gestörten Herzrhythmus zurück. Meist beginnt der Vorhof an zu Flimmern und ist nicht mehr in der Lage, richtig zu pumpen. Es bilden sich verklumpte Bereiche im Blut. Ablagerungen in den Blutgefäßen, die ins Gehirn gelangen, können ebenfalls ein Grund sein. In 20-30% der Fäll findet man keine Ursache. Pauschal gesehen, kann jedoch meist eine Störung im Blutfluss festgestellt werden.

Es gibt zwei gängige Behandlungsmethoden

Wenn die Ursache des Schlaganfalls ein Blutgerinnsel ist, verwenden Ärzte ein Notfallmedikament namens Alteplase, das in die Blutbahn gespritzt wird und den Pfropfen auflöst. Somit kann das Blut wieder ungehindert in alle Hirnregionen strömen. Doch das Medikament bringt ein tödliches Risiko mit sich. Wenn die Ursache für den Schlaganfall eine Hirnblutung ist, wird sie durch das Medikament verstärkt und kann im schlimmsten Fall zum Tod führen. Für die Mediziner ist es daher wichtig zu wissen, was der Auslöser für den Schlaganfall war. Bei einem Blutgerinnsel muss sofort sprich in den ersten 4,5 Stunden gehandelt werden. Ein Forscherteam, das dieses Medikament an Mäusen getestet hat, musste feststellen, dass das Medikament Alteplase in Kombination mit einem Antikörper die Nebenwirkungen verringert. Der geschädigte Bereich im Gehirn ist dann deutlich kleiner. Eine zusätzliche Schwierigkeit ist, dass das Medikament nur bei einem Drittel der Menschen Wirkung zeigt.
Für die Zukunft wird das Ziel verfolgt unterschiedliche Therapien, welche maßgeschneidert auf die jeweilige Ursache des Schlaganfalls sind, zu verwenden. Wenn sich die Patienten von einem Schlaganfall erholt haben, kommen Sie auf eine Reha Klinik um im Idealfall wieder vollständig gesund zu werden. Nur jedem dritten Schlaganfallpatienten gelingt es wieder voll in den Alltag zurückzufinden.
Bei einer neuartigen Behandlungsmethode in Südengland werden neuronale Stammzellen in flüssigem Stickstoff gelagert. Aus ihnen können neue Hirnzellen entstehen. Seit über 10 Jahren arbeiten die Forscher an dieser revolutionären Therapie. Die Stammzellen sollen ins Gehirn der Patienten gespritzt werden und dafür sorgen, dass sich das Gehirn wieder regeneriert. Die Stammzellen können beschädigte Hirnzellen zwar nicht ersetzen aber regen die Selbstheilungskräfte an.

Nach Schlaganfall ins Reha

Nach Erholung von einem Schlaganfall ins Reha
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Die Folgen können verheerend sein

Viele Patienten haben noch lange Zeit später mit den Folgen eines Schlaganfalls zu kämpfen. Im Falle einer Schädigung der Hirnstruktur können gewisse Funktionen beschädigt werden oder gänzlich ausfallen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine äußerst detailreiche Untersuchung notwendig die oft sehr anstrengend sein kann. Viele Patienten erleiden so große Hirnschäden, dass Ihnen konventionelle Behandlungsmethoden nicht helfen können. Ein intensives Sprachtraining kann den Patienten helfen wieder ins Leben zurückzufinden.

Welche Personengruppe hat einen erhöhten Risikofaktor?

Besonders Raucher und Menschen mit hohem Bluthochdruck, Übergewicht und Cholesterinwert sind häufig betroffen. Auch das Alter ist ein Risikofaktor – so hatte quasi jeder Mensch ab einem Alter von 70 Jahren schon mal eine Durchblutungsstörung. Daher sind Vorsorgeuntersuchungen ab 50 Jahren zu empfehlen. Ausdauersport hilft ebenfalls zur Vorbeugung. Viele Schlaganfallpatienten kommen nicht sehr schnell wieder auf die Beine. Ihre Lähmungen sind häufig dauerhaft. Laut amerikanischen Forschern kann der übermäßige Genuss von Cannabis ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall auslösen.

Weiterführende Informationen:

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