Qigong

Das Wort Qigong setzt sich aus Qi (Lebensenergie, Vitalität, Beseeltheit) und Gong (Pflege, Arbeit, beharrliches Üben) zusammen. Es ist die harmonische Art Bewegung, Atem und die Vorstellungskraft zu verbinden und diese für die Pflege des Qi zu nutzen. Das ganzheitliche Konzept dient der Gesunderhaltung, die auf der Wechselwirkung von Körper und Geist basiert. Dabei stärkt Qigong den Körper und beruhigt den Geist. Die Entspannung wird gefördert, Selbstheilungskräfte stimuliert, was zu einer ganzheitlichen Regenerierung und Gesundung führt. Zudem kultiviert Qigong die Achtsamkeit und unterstützt die Persönlichkeitsbildung. Qigong stammt aus China und wird auf 3000 bis 5000 Jahre geschätzt. Geprägt wurde es in der Vergangenheit durch die philosophischen Schulen des Daoismus, Buddhismus und Konfuzianismus.

Was bewirkt Qigong?

Qigong wird als Weg der Selbstkultivierung gesehen. Es dient auf der körperlichen Ebene der Gesunderhaltung und dem Erreichen eines ausgeglichenen Gemütszustandes. Die Übung von Qigong ist mit der Zeit ein inneres Bedürfnis und muss nicht von außen angewiesen werden. Körper und psychische Gestimmtheit werden von Qigong beeinflusst. Es hat viele mögliche Wirkungsweisen

  • Fördert und erhält die Gesundheit und das Wohlbefinden
  • Stärkt das Immunsystem, beugt Krankheiten vor und stärkt die Selbstheilungskräfte
  • Es lindert Beschwerden und unterstützt Therapie und Rehabilitation
  • Die Beweglichkeit wird erweitert
  • Blut-, Lymph- und Energiefluss im Körper werden reguliert und harmonisiert
  • Es wirkt regulierend auf das gesamte Nervensystem
  • Die Konzentrationsfähigkeit wird gefördert bei gleichzeitiger Entspannung
  • Die Stimmungslage wird verbessert und mentale und emotionale Aktivitäten beeinflusst
  • Die Sensibilität wird gefördert und die Selbstwahrnehmung verfeinert
  • Hat eine prophylaktische Wirkung und lindert bzw. kann heilend wirken bei diversen Zivilisationskrankheiten, wie Rückenbeschwerden, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Rheuma und schweren chronischen Erkrankungen

Qigong Kugeln

Qigong Kugeln

Qigong Kugeln

Qigongkugeln wurden bereits in der Ming-Dynastie in China eingesetzt. Es sollte mit ihnen die Fingerfertigkeit angeregt werden. Zu Beginn waren es einfache Walnüsse, Kastanien oder ähnliche Dinge. Seit ungefähr dem 14. Jahrhundert sind sie aus Stein-, Ton- oder Metall und teilweise kleine Kunstwerke mit aufwendigen, klingenden Innenleben. Künstlerische Verzierungen auf den Oberflächen der Kugeln sind seit dem 18. Jahrhundert zu finden. Die kleinen Kugeln dienen nach chinesischer Tradition dazu, im eigenen Körper das Gleichgewicht von Yin und Yang wieder herzustellen. Auch sollen mit ihnen die Reflexzonen der Hand stimuliert werden.

Es gibt verschiedene Übungen mit mehreren Variationen, je nach Anzahl der Kugeln und Geschicklichkeit des Übenden. Es kann zwischen Drehen, Schieben, und Rollen unterschieden werden. Nach der Tradition sollen in der Hand verschiedene Akupunkturpunkte aktiviert werden. Dadurch sollen sich Blockaden im Qi-Fluss des Körpers lösen und für die Besserung chronischer Krankheiten unterstützend wirken. Nach chinesischer Tradition wird durch das Erlernen des Kugeldrehens eine Harmonisierung des Körpers erreicht. Gleichzeitig soll die Möglichkeiten zur geistigen Weiterentwicklung des Individuums erweitert werden. Wurden die Qigongkugeln in der Stadt Baoding in der chinesischen Provinz Hebei hergestellt, heißen sie Baoding-Kugeln.

Qigong Ausbildung

In Austria kann bei der ÖQGG eine 3-jährige Ausbildung zum/r Qigong-Lehrer/in in Theorie und Praxis absolviert werden. Am Ende der Ausbildung steht eine Diplomprüfung. ÖQGG diplomierte Lehrer veröffentlichen Veranstaltungen und Kurse in einem zweimal im Jahr erscheinenden Periodikum. Ein 1-jähriger „Vorlauf“ bildet den Beginn der Ausbildung. Er besteht aus 3 Wochenend-Kursen, mit den Schwerpunkten der Übungsreihe der FANHUANGONG. Dabei wird das sogenannte „Qi-gong-Gehen“ / XIANGSHENFA vorgestellt und geübt. Das gegenseitige Kennenlernen ist ein Grund der Seminare im Vorbereitungsjahr, der andere soll als Entscheidungshilfe dienen, ob die angebotene Ausbildung zu den Vorstellungen des Interessenten passt. Auch sollen die Ausbildungsleiter die Möglichkeit haben, festzustellen, ob der Interessent zur Ausbildung passt.

In Seminaren und Kursen kann Qigong Yangsheng erlernt werden, das Theorien und Übungsmethoden zur „Kultivierung des Lebens“ umfasst. Prof. Jiao Guorui, ein Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin in Peking, entwickelte Qigong Yangsheng und hat es in Bonn viele Jahre gelehrt.

Qigong Kampfkunst

Qigong Kampfkunst

Qigong Kampfkunst

Die Shaolin-Tradition entstand durch den 28. Patriarchen Bodhidharma des indischen Mahayana-Buddhismus im 6. Jahrhundert. Ihm werden die ersten Übungen zugeschrieben, die für die Entwicklung und Verfeinerung der Kampfkünste maßgeblich waren. Als Bodhidharma in das Shaolin-Kloster eintrat, war er entsetzt. Ihn erschreckten die nachlässig dösenden Mönche und wie sie meditierten. Schlaffe Muskeln und der Körper ohne Haltung, somit nicht in der Lage eine strenge Meditation, wie auch immer geartet, durchzuhalten. Er führte zwei Übungskomplexe zur Stärkung der Mönche ein. Yi-jin-jing ist der Klassiker der Muskel- und Sehnenstärkung und Xi-sui-jing ist der Klassiker der Knochenmarkwaschung. Das tägliche Üben kräftigte die Mönche, sie bekamen Durchhaltevermögen und Ausdauer sowie eine mentale Ausgeglichenheit. 536 n. Chr. starb Bodhidharma was ein Aufblühen der Tang-Dynastie und der buddhistischen Einflüsse nach sich zog. Eigentlich waren die beiden Methodenzyklen Yi-jin-jing und Xi-sui-jing ursprünglich gedacht zur energetischen und spirituellen Perfektion der Mönche, sie wurden jedoch zur Basis aller asiatischen Kampfkunststile. Beide Zyklen hatten ihre Begrenzung in der Shaolin-Klosterkultur und wurden in den rituellen Alltag eingebaut. Die körperlichen Übungen wurden außerhalb mit Argwohn betrachtet, da man nichts darüber wusste. Nachdem über Jahrhunderte diese beiden Systeme geübt wurden, nahm ab dem 14. Jahrhundert der Einfluss ab oder ging ganz verloren. Mit der Qing-Dynastie von 1644 – 1911 wurden die alten Lehren des Bodhidharma allerdings wieder aufgegriffen und stark verbreitet, als eine Organisation der Kampfkunstmeister in Geheimbünden entstand, die gegen die Mandschus kämpften.

Qigong Taijiquan

Zu den berühmtesten und populärsten Inneren Stilen der Chinesischen Kampfkünste ist das Taijiquan zu zählen. In den alten Chen-Formen von dem Stil sind langsame Speicherung der Energie wie auch blitzartige Kraftentfaltungen im lebendigen rhythmischen Wechsel enthalten. Allerdings ist der gesundheitliche Aspekt des Taijiquan in jüngster Zeit sehr in den Vordergrund gerückt. Unter diesen Bedingungen sprechen manche davon, dass nur die langsam ausgeführten Formen der Überlieferung, die den Anteil an Kampftechniken vernachlässigen, der sogenannte Yang-Stil, zum Qigong gehört. Die freie, ungehinderte Qi-Zirkulation im gesamten Körper wird gefördert. Wird Taijiquan als Kampfkunst erlernt, sollten zusätzliche Qigong-Übungen enthalten sein. Es gibt Fünfzehn Ausdrucksformen des Taiji Qigong und die sogenannten Seidenweberübungen.

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