Knutschfleck – zweifelhafter „Liebesbeweis“

Der Knutschfleck hat mehrere Bezeichnungen. In Österreich ist es der „Zuzlfleck“, in England der „love bite“, in der Medizin heißt er „Unterdruck Hämatom“. Eigentlich möchte keiner einen blauen Fleck haben! Der Knutschfleck zählt für viele immer noch als Erinnerung und sichtbaren Beweis für hemmungslose Lust, besonders bei den allerersten Liebeserfahrungen. Und wer es beim Küssen und Knutschen übertreibt, riskiert einen Knutschfleck. Dabei ist der Knutschfleck genau genommen nichts anderes als ein blauer Fleck. Im Medizinischen also ein Bluterguss bzw. Hämatom. Damit ein Hämatom entsteht, müssen kleine Blutgefäße geschädigt werden. Das ist dann doch eher ein zweifelhafter Liebesbeweis, auch wenn im Kamasutra, dem Buch der altindischen Liebeslehre Knutschflecke als Liebesmale bezeichnet werden. Sie galten als sichtbares Zeichen für ein erfülltes Liebesleben und wurden mit Stolz getragen. Wer einen Knutschfleck trug, signalisierte zudem „ich bin vergeben.“

Was ist eigentlich ein Knutschfleck?

Knutschfleck durch hefiges ansaugen mit den Lippen

Knutschfleck

Ein Hämatom entsteht, wenn im Gewebe der Haut kleine Blutgefäße platzen. Das passiert, wenn die Haut des Partners beim heftigen Knutschen stark mit den Lippen ansaugt wird. Das Blut aus den geplatzten Blutgefäßen verteilt sich im umliegenden Gewebe und hat einen blauen Fleck zur Folge. Der Bluterguss durchläuft während der Heilung verschiedene Phasen und verfärbt sich von Rot über blau und grün bis hin zu gelb, um schließlich wieder ganz zu verblassen. Die Blutergüsse können schmerzhaft sein und brauchen zum Abheilen ungefähr ein bis drei Wochen, je nachdem wie intensiv sie waren. Ganz ungefährlich ist es nicht, wenn es der Partner übertreibt. Wer so lange an der Haut saugt oder gar beißt, dass es richtig blutet, der riskiert, dass Narben zurückbleiben. Zudem können sich die Wunden entzünden und sehr schmerzhaft sein. Da ist es für den Partner, der den Knutschfleck verpasst bekommen hat, schnell vorbei mit Lustig. Allerdings ist das Gerücht, dass vom Knutschfleck Hautkrebs entsteht, völliger Unfug. Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Beweise.

Knutschfleck wieder wegmachen

Während die einen auf ihren Knutschfleck stolz sind, ist es anderen ziemlich peinlich. Sie möchten, dass der Knutschfleck so schnell wie möglich wieder verschwindet. Es kommt darauf an, wie groß und intensiv ein Knutschfleck ist. Er braucht zum vollständigen Abheilen zwischen ein und drei Wochen, was aber etwas beschleunigt werden kann. Und zudem kann der Knutschfleck getarnt werden. Natürlich ist das beste Mittel gegen den Knutschfleck, erst gar keinen machen zu lassen. Wenn der Knutschfleck ganz frisch ist, kann er mit einem Eiswürfel gekühlt werden. Um die Heilung zu beschleunigen, kann Sport-Gel mit dem Wirkstoff Heparin helfen. Knutschflecken am Hals lassen sich mit einem Halstuch abdecken. Auch ein Rollkragenpullover kann hier ganz nützlich sein, ist im Sommer aber eher unpraktisch. Sonst ein Pflaster aufkleben und die Ausrede benutzen sich verletzt zu haben. Ein Halstuch lässt sich auch im Sommer damit begründen, das man sich eine leichte Erkältung eingefangen und jetzt Halskratzen hat. Dazu noch hin und wieder ein paar Mal hüsteln, und die Ausrede ist perfekt. Make-Up, Abdeckpuder oder Theaterschminke können den Knutschfleck auch verschwinden lassen. Was aber garantiert nicht hilft, dafür aber eine ziemliche Sauerei ist, ist dick Zahnpasta aufzutragen oder mit Zitronensaft einzureiben.

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