Kinderwunsch – Endloses Warten auf das Baby

Ob Mann oder Frau, ein jeder kann irgendwann in seinem Leben mit einem Mal diese ganz besondere Sehnsucht verspüren. Es ist der Wunsch nach eigenen Kindern, nach einer Familie, die zum Zentrum des Lebens wird. Doch immer dann, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, die Familienplanung stockt und das Warten auf das ersehnte Baby länger dauert, als erhofft, dann wird der Kinderwunsch nicht selten zu einer emotionalen Bewährungsprobe für die Betroffene und deren Partner.

Unerfüllter Kinderwunsch – Wenn die Sehnsucht nach einem Kind unerfüllt bleibt

unerfüllter Kinderwunsch

Ein unerfüllter Kinderwunsch belastet emotinal enorm.
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p>Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für viele Paare in Österreich die bittere Realität des Alltags. Egal wie sehr man sich nach einem eigenen Kind wünscht. Wie oft oder gar wie kreativ man versucht endlich schwanger zu werden, es klappt einfach nicht. Anfangs belastet dies nur wenige Beziehungen, doch je länger ein Kind auf sich warten lässt, umso schwerer wird es für die Betroffenen. Selbstzweifel und Konflikte, sie entstehen dann, wenn der Druck und die Enttäuschung überhandnehmen.

Es sind die Auswirkungen einer ungewollten Kinderlosigkeit, die sich nach und nach aufbauen und nicht selten eine Beziehung vor eine schier unüberwindbare Herausforderung stellen. Denn die Auswirkungen einer ungewollten Kinderlosigkeit können unterschiedlichste Formen annehmen und in sehr ausgeprägten Fällen sogar die Ursache für eine Erkrankung werden.

Mögliche Auswirkungen von ungewollter Kinderlosigkeit

Allem voran, wenn ein Partner an der Kinderlosigkeit mehr verzweifelt, als der andere, können aus einer ungewollten Kinderlosigkeit im schlimmsten Fall Krankheitsbilder entstehen, die letztlich nicht mehr nur die Beziehung belasten, sondern zugleich auch die Gesundheit des betroffenen Partners.

Ungewollte Kinderlosigkeit kann:

  • Zu starken Konflikten in einer Beziehung führen.
  • Das Selbstbewusstsein der Betroffenen spürbar schwächen.
  • Im schlimmsten Fall zu depressiven Verstimmungen (Depressionen) führen.

Allem voran, depressive Verstimmungen sind im Zusammenhang mit einer ungewollten Kinderlosigkeit ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die allgemeine Gesundheit. Denn sie entstehen meist schleichend und von den Betroffenen wie auch deren Angehörigen zumeist unerkannt. Stimmungsschwankungen und zum Teil sichtbare Antriebslosigkeit werden nicht selten mit der Enttäuschung in Verbindung gebracht, und nicht als klare Anzeichen für eine ernst zu nehmende Erkrankung der Psyche verstanden.

In manchen Fällen kann ein unerfüllter Kinderwunsch zudem auch weitere fatale Folgen emotionaler Belastungen nach sich ziehen. Suchterkrankungen sind hierbei zwar eher selten zu verzeichnen, doch gerade wenn die emotionale Stärke verloren geht leiden die Gesundheit wie auch das Wohlbefinden spürbar und genau aus diesen Gründen sollten die Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch in jedem Fall immer dann gesucht werden, wenn dieser sich beginnt, spürbar negativ auf den Alltag auszuwirken.

Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch

Geht der Wunsch nach einem eigenen Kind nicht in Erfüllung, so beginnt meist eine langwierige Suche nach den Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch. Anfangs ist der negative Schwangerschaftstest für die wenigsten Paare direkt ein Indiz dafür, dass eine Unfruchtbarkeit bei einem der Partner vorliegen könnte. Doch je öfter die Hoffnung auf eine Schwangerschaft enttäuscht wird, umso näher rückt genau dieser Gedanke und es beginnt die Suche nach den Ursachen.

Die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch

  • Können dauerhafter oder vorübergehender Natur sein.
  • Können in einer Unfruchtbarkeit des Mannes oder der Frau zu finden sein.
  • Können nur durch eine ausführliche Abklärung aller möglichen Ursachen bestimmt werden.

Zahlreiche Aspekte des Alltages können Einfluss auf die Fruchtbarkeit eines Mannes wie auch einer Frau nehmen. So kann zum Beispiel schlichter Stress oder emotionaler Druck (zum Beispiel wenn die Frau unbedingt schwanger werden will) dazu führen, dass der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht. Doch auch medizinische Aspekte wie Erkrankungen oder aber deren Folgen können dazu führen, dass die Fruchtbarkeit spürbar abnimmt und somit die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft entsprechend vermindert wird.

Häufige (geschlechtsunabhängige) Ursachen für eine Unfruchtbarkeit sind:

  • Psychische Belastungen (z.B.: sehr starker Stress)
  • Behandlungen und Operationen (z.B.: eine Chemotherapie oder Strahlenbehandlung)
  • Diverse Stoffwechselerkrankungen (z.B.: Diabetes, oder eine Unterfunktion der Schilddrüse)
  • Fehlbildungen und Verletzungen der Geschlechtsorgane

Grundsätzlich können die tatsächlichen Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch jedoch nur im Zuge einer eingehenden Diagnostik ermittelt werden. Denn neben zahlreichen Erkrankungen und genetisch bedingten Ursachen, sind es zum Teil auch die Lebensumstände oder aber bislang unerkannte Erkrankungen, die zu einer zeitweisen oder dauerhaften Unfruchtbarkeit führen können.

Um die Ursachen zeitnah ermitteln zu können, empfiehlt es sich, dass nicht nur ein Partner die medizinische Abklärung der Fruchtbarkeit und gegebenenfalls die Abklärung der Ursachen für die verminderte Fruchtbarkeit vornehmen lässt. Denn nicht immer ist es die verminderte Spermienanzahl des Mannes oder aber eine hormonbedingte Unfruchtbarkeit der Frau, die zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen.

Häufige Ursachen für eine Unfruchtbarkeit bei Frauen

Basiert die ungewollte Kinderlosigkeit auf einer Unfruchtbarkeit der Frau, so kann diese zahlreiche Ursachen haben. Neben einer genetischen Veranlagung und temporären Aspekten wie emotionaler oder allgemeiner Überbelastung (Stress) sind mitunter die folgenden Erkrankungen meist klassische Ursachen für eine Unfruchtbarkeit bei Frauen.

  • Die Lutealphaseninsuffizienz. Diese auch als Gelbkörperschwäche bezeichnete Erkrankung führt dazu, dass der Körper der Frau zu wenig des sogenannten Gelbkörperhormons ausbildet. Da dieses Hormon maßgeblich an der Einnistung des Embryos in der Gebärmutter beteiligt ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft je nach Ausmaß der Erkrankung stark eingeschränkt und kann in schweren Fällen der Lutealphaseninsuffizienz sogar gen Null tendieren.
  • Tuben. Hierbei handelt es sich um eine Störung in der Funktion der Eileiter die sich in Form eines Verschlusses zeigen kann und mitunter eine Folge einer bakteriellen Infektion mit Chlamydien sein kann.
  • Polyzystisches Ovarsysndrom (PCOS) diese Erkrankung führt zur Bildung kleiner Zysten die jedoch nicht ausreifen und somit nach und nach verkümmern. In der Folge treten vermehrt männliche Hormone aus, die die Fruchtbarkeit der Frau nachhaltig reduzieren und bei stark ausgeprägten Formen sogar gänzlich aufheben können.
  • Hyperprolaktinämie – Im Zuge dieses Krankheitsbildes kommt es zu einer verstärkten Ausschüttung des Hormons Prolaktin, das die Reifung der Eizellen hemmt und somit die Fruchtbarkeit der Frau stark einschränkt.
  • Premature ovarian Failure (POF-Syndrom) – Im Zuge dieser Erkrankung kommt es zu einer frühzeitigen Erschöpfung der Eierstöcke und somit zu einem verfrühten Eintreten der sogenannten Wechseljahre. Je nach Stadium des Syndroms ist die Fruchtbarkeit der Frau lediglich beeinträchtigt oder aber in einem Ausmaß eingeschränkt, dass eine natürliche Schwangerschaft unmöglich wird.
  • Funktionsstörungen der Hypophyse – eine weitere häufige Ursache für Unfruchtbarkeit von Frauen ist die sogenannte Hypophyse, eine Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse, die zum Ausbleiben des Eissprungs und der damit verbundenen Menstruation führen kann.

Häufige Ursachen für eine Unfruchtbarkeit bei Männern

Doch nicht immer ist es die Frau, deren Fruchtbarkeit zu einem unerfüllten Kinderwunsch führt. Auch Männer können aus verschiedensten Ursachen heraus an einer verminderten oder aber vollständigen Unfruchtbarkeit leiden. Zu den häufigsten Ursachen hierfür zählen mitunter die folgenden Ursachen:

  • Die Folgen einer Mumps-Infektion. Eine der häufigsten Ursachen für eine Unfruchtbarkeit bei Männern ist eine Mumpsinfektion. Unabhängig davon, wie alt ein Mann bei Krankheitsausbruch war, kann die Infektion eine Entzündung der Hoden sowie der Prostata und Harnröhren mit sich führen, die schließlich in einer teilweisen oder vollständigen Unfruchtbarkeit des Mannes enden können.
  • Krampfadern der Hoden – eine weitere häufige Ursache für die Unfruchtbarkeit sind Krampfader in den Hoden, die eine verringerte Durchblutung des gesamten Hodengewebes mit sich führen und somit zu einer Erwärmung der Hoden führt. Durch die Erwärmung wird die Samenqualität des Mannes spürbar negativ beeinträchtigt wodurch sich eine verminderte bis vollständige Zeugungsunfähigkeit ergeben kann.
  • Gestörter Hormonhaushalt – Doch oftmals ist es auch ein gestörter Hormonhaushalt der dazu führt, dass zu wenig Testosteron im Körper des Mannes vorhanden ist und somit die Zeugungsfähigkeit nur vermindert gegeben ist.

Grundsätzlich gilt bei allen Ursachen einer eingeschränkten Zeugungsfähigkeit (unabhängig, ob diese Männer oder Frauen betreffen) dass diese nicht direkt mit einer Zeugungsunfähigkeit oder Unfruchtbarkeit gleichzustellen ist. Je nach Ursache und Ausmaß der Auslöser können diese zum Teil durch moderne Behandlungsformen durchaus nachhaltig behandelt werden und so eine normale Fruchtbarkeit wieder ermöglicht werden. Jedoch gibt es durchaus Formen der eingeschränkten Furchtbarkeit, die einen Kinderwunsch auf natürlichem Wege undenkbar machen. In diesem Fall kann nur noch die moderne Medizin in Form der Reproduktionsmedizin den Kinderwunsch erfüllen.

Künstliche Befruchtung – der Sieg der modernen Medizin über die Natur?

Künstliche Befruchtung

Mithilfe der künstlichen Befruchtung kann der Kinderwunsch doch noch in Erfüllung gehen.
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Häufig mit dem weitverbreiteten Begriff künstliche Befruchtung bezeichnet, ist die moderne Reproduktionsmedizin in der heutigen Zeit nicht nur ein Fachbereich der Gynäkologie (Geburtenhilfe) sondern zudem in vielen Fällen von Unfruchtbarkeit und verminderter Zeugungsfähigkeit die einzige Möglichkeit einen Kinderwunsch in Erfüllung gehen zu lassen.

Es sind die modernen Behandlungsansätze der Reproduktionsmedizin, die das scheinbar unmögliche am Ende nicht selten doch möglich machen. Zahlreiche Methoden ermöglichen hierbei je nach rechtlicher Grundlage des Behandlungslandes eine sogenannte künstliche Befruchtung und somit die Erfüllung des Kindeswunsches. In Österreich sind die Grundlagen der Reproduktionsmedizin sehr klaren und strengen Richtlinien der Gesetzgebung unterworfen, weswegen einige der durchaus erfolgsversprechenden Formen der Reproduktionsmedizin nicht möglich sind. Dennoch bietet sich in Österreich ein breites Spektrum an Möglichkeiten, um einen bislang unerfüllten Kinderwunsch endlich in Erfüllung gehen zu lassen. Hierzu zählen allem voran:

  • Die Künstliche Befruchtung in Form einer In-Vitro-Fertilisatin (IVF)
  • Die künstliche Befruchtung in Form einer intrauterine Insemination (IUI)

Grundsätzlich unterscheiden sich diese beiden Formen der künstlichen Befruchtung vordergründig durch die Art, wie das Sperma in die Eizelle eingebracht und dieses somit befruchtet wird. Während bei der intrauterine Insemination (IUI) Variante das zuvor gewonnene Sperma durch den Arzt im Zuge einer gynäkologischen Behandlung direkt an die Gebärmuter gesetzt wird und die Befruchtung der weiblichen Eizelle im Körper vonstatten geht, werden bei einer In-Vitro-Fertilisatin (IVF) Behandlung die weiblichen Eizellen im Reagenzglas mit den Sperminen befruchtet und im Anschluss in die Gebärmutter eingesetzt. Beide Formen der künstlichen Befruchtung sind in Österreich zugelassen und versprechen je nach Ausgangslage und Ursache der Unfruchtbarkeit gute Behandlungsergebnisse.

In Österreich nicht zulässige Formen der künstlichen Befruchtung

Es gibt jedoch noch weitere Formen der künstlichen Befruchtung, die in vielen Ländern Europas aufgrund gesetzlicher Einschränkungen nicht oder nur bedingt zugelassen sind. Somit ergeben sich durchaus potenzielle Behandlungsmöglichkeiten, die nur in einzelnen Ländern und unter bestimmten Voraussetzungen möglich sind.

Bezogen auf Österreich ist es zum Beispiel nicht erlaubt, eine künstliche Befruchtung mit einer gespendeten Eizelle vorzunehmen. In anderen Ländern ist dies jedoch ebenso wenig ein Problem, wie die Befruchtung mittels einer sogenannten „Samenspende“ die im Übrigen in Österreich kein rechtliches Hindernis darstellt. Darüber hinaus sind sogenannte „Leihmütter Schwangerschaften“, die zum Beispiel in den Vereinigten Staaten von Amerika durchaus erlaubt und weit verbreitet sind, in Österreich durch den Gesetzgeber untersagt.

weiterführende Informationen

Kinderwunsch – Endloses Warten auf das Baby
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