Die Pille danach – kein Verhütungsmittel im eigentlichen Sinn

Sex und die Sexualität an sich sind eigentlich ganz natürliche Bestandteile unseres Lebens. Nicht umsonst gilt Sex als die schönste Nebensache der Welt. Doch immer dann, wenn Sicherheit und Verhütung nicht beachtet werden, dann kann aus der schönsten Nebensache der Welt eben auch ein überaus unangenehmer Moment werden.

Denn lässt man sich auf ungeschützten Sex ein, dann ist nicht nur die Gefahr von diversen sexuell übertragbaren Krankheiten gegeben, nein auch eine ungewollte Schwangerschaft kann das unschöne Ergebnis eines unbedachten Augenblicks sein. Wer direkt nach dem Sex bemerkt, dass der Schutz vor einer Schwangerschaft nicht gegeben war, der hat eine Möglichkeit um diesen Schutz sozusagen nachträglich nachzuholen und diese Möglichkeit ist die Pille danach. Doch was genau ist die Pille danach, worauf sollte man achten und wie und wo bekommt man sie?

Was ist die Pille danach und wie wirkt sie?

Schwangerschaftstest

Die Pille danach ist kein Verhütungsmittel!

Grundsätzlich ist die Pille danach ein Verhütungsmittel, welches nur unter bestimmten Voraussetzungen und nach dem Geschlechtsverkehr zum Einsatz kommt. Es ist also nicht wirklich eine Alternative zu Pille, Kondom oder aber ähnlichen Verhütungsmitteln. Vielmehr ist es eine Art Notmaßnahme nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr, um binnen weniger Stunden nach dem Sex eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden.

Wichtige Fakten zur Wirkungsweise der Pille danach

  • Ein verhütungsmittel das nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr zur Vermeidung einer Schwangerschaft eingenommen werden kann.
  • Die Pille danach vermeidet die Befruchtung der Eizellen
  • Die Pille danach muss innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden
  • Die Pille danach ist Rezeptpflichtig und kann nur von einem Frauenarzt oder aber von einer notärztlichen Stelle verschrieben werden
  • Die Pille danach ist KEIN Ersatz für klassische Verhütungsmethoden.

Die Wirkungsweise der Pille danach ist also in keinem Fall mit einem klassischen Verhütungsmittel zu vergleichen: Sie ist vielmehr eine Art „Notfallhilfe“, welche in einem sehr begrenzten Zeitraum genutzt werden will. Denn nur wenn die Pille danach bis maximal 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird, kann deren Wirkung greifen und eine Schwangerschaft vermieden werden. Wer diese Zeitgrenze überschreitet, kann trotz Pille danach eine unschöne Überraschung erleben.

Darüber hinaus stellt die Pille danach eine besondere Form der Verhütung dar und wird sie ausnahmslos nur von Ärzten verschrieben. Die Rezeptpflicht ist hierbei ein wichtiger Schutz für alle Frauen. Denn die Pille danach soll nicht und ist nicht ein Verhütungsmittel, mit welchem man einfach so eine Schwangerschaft vermeiden kann. Vielmehr ist dieses Medikament eine besondere Form der weiblichen Selbstbestimmung, welche in jedem Fall besondere Nebenwirkungen mit sich bringt und entsprechen deine ärztliche Untersuchung sowie eine eingehende Beratung erfordert.

Mögliche Nebenwirkungen der Pille danach

Als sehr spezielle Mittel zur Verhütung von Schwangerschaften ist die Pille danach natürlich ähnlich wie ihre kleine Schwester die „normale Pille“ ein Medikament, welches durchaus mit Neben- oder Wechselwirkungen verbunden sein kann.

Allem voran Schwindel, Übelkeit, Unwohlsein aber auch leichte Orientierungsstörungen können durchaus auftreten, wenn die Pille danach nicht ganz so gut vertragen wird. Da diese Verhütungsmittel jedoch lange vor der Befruchtung der Eizelle wirkt, ist in der Regel nicht mit Blutung zu rechen. Wer Blutungen nach der Einnahme der Pille danach feststellt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen und die Ursachen der Blutungen abklären lassen.

Wann und wie bekommt man die Pille danach?

Frauen, die nach einem Augenblick der Unbesonnenheit erkennen müssen, dass sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten und somit eine mögliche Schwangerschaft bevorsteht können die Pille danach direkt bei ihrem behandelnden Frauenarzt erbitten. Dies geschieht in der Regel auch ohne Terminvergabe, da allen Frauenärzten natürlich die zeitlich begrenzte Wirksamkeit dieses Präparats bekannt ist.

Für absolut Notfälle kann man sich die Pille danach jedoch auch beim ärztlichen Notdienst (zum Beispiel in einem Krankenhaus) verschreiben lassen, um so zum Beispiel an einem Wochenende nicht bis zum Wochenbeginn warten und die Frist für die Nutzung der Pille danach verstreichen lassen zu müssen.

In der Regel müssen Frauen jedoch beachten, dass die Pille danach rezeptpflichtig ist und meist nur in Zusammenhang mit einer eingehenden Belehrung der Patientin verschrieben wird. Denn letztlich ist die Pille danach eine absolute Notfallmaßnahme um eine Schwangerschaft zu vermeiden und verantwortungsbewusste Ärzte klären ihre Patientinnen entsprechend über die möglichen Folgen von ungeschützten Geschlechtsverkehr auf, bevor sie letztlich das Rezept für die Pille danach ausstellen.

 

Die Pille danach – kein Verhütungsmittel im eigentlichen Sinn
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