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Mit Yoga zur inneren Ruhe

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Im Stakkato prasselt das Leben auf uns ein. Die Hektik füllt den Tag aus. Erholung kommt zu kurz. Wer Ausgleich und Harmonie für Körper, Seele und Geist sucht, ist in einer Yogastunde gut aufgehoben.

Wer glaubt, dass Yoga nur etwas für akrobatische Schlangenmenschen ist, irrt gewaltig: Am Anfang stehen einfache Übungen, im Laufe der folgenden Wochen und Monate verbessert sich die Geschmeidigkeit, und Schritt für Schritt werden die Körperhaltungen natürlich anspruchsvoller. Hier beginnt eine spannende Entdeckungsreise.

Jeder Menschen mit seinen ganz persönlichen Stärken und Schwächen, der auch bereit ist etwas Neues zu lernen, kann viel über sich selbst erfahren. Zum Beispiel über seinen persönlichen Ehrgeiz, seine Ungeduld, seinen gleich-perfekt-können-müssen-Anspruch an sich selbst, seine Bereitschaft, die eigenen Grenzen zu respektieren (kein Anfänger schafft beim ersten Versuch einen Spagat oder Handstand! Aber Übung macht den Meister) und mit sanfter Beharrlichkeit – sprich regelmäßigem Training – besser zu werden.

Yoga hilft, Körper, Geist und Seele besser in Einklang zu bringen. Das ruhige und konzentrierte Fokussieren auf eine ganz bestimmte Aufgabe hat auf viele Menschen eine beruhigende, ausgleichende Wirkung und kann Stress entgegenwirken. Yoga besteht aus Asanas (Körperübungen), Pranayama (Atemübungen), Entspannungsübungen und Meditation (geistige Versenkung).

Asanas erhöhen die Flexibilität und Dehnfähigkeit von Sehnen und Bändern, Kräftigung und Koordination der Muskeln, die Wirbelsäule und Gelenke werden beweglicher, der Gleichgewichtssinn wird geschult. Die Rückenmuskulatur wird gekräftigt, was die Körperhaltung verbessert. Sie wirken ausgleichend auf die inneren Organe, Nerven und Drüsen, sodass es insgesamt zu einer Stabilisierung aller Körpersysteme kommt, Blut- und Lymphgefäße werden besser durchblutet.

Pranayama erweitern das Lungenvolumen, ermöglichen einen feinen und längeren Atem zu entwickeln und wirken sich positiv auf Gefühle und Konzentration aus.

Entspannungsübungen und Meditation können zu schnellerer und tieferer Regeneration, zu mentaler Stärke und innerer Ruhe, Klarheit und Ausgeglichenheit führen.

In seinen Anfängen, vor vermutlich bereits 5.000 Jahren, war Yoga ein rein spiritueller Weg, der vor allem die Suche nach Erleuchtung durch Meditation zum Ziel hatte. Die Asanas entstanden nach und nach, um den Körper so zu kräftigen und geschmeidig zu halten, dass er über möglichst lange und möglichst beschwerdefrei im Meditationssitz, z. B. dem Lotossitz, verharren kann. Mit der Zeit erkannten die Yogis die positive Wirkung der körperlichen Übungen auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen.

Genaue Jahreszahlen und der historische Ursprung des Yoga liegen im Dunkel der Geschichte verborgen. Die ersten Darstellungen yogischer Techniken – gefunden auf 4.000 Jahre alten Tonscherben - stammen aus der Zeit vor der Einwanderung der Arier in das Land am Indus und Ganges.

Sicher ist, dass der Begriff „Yoga“ in Indien seit mindestens zweieinhalbtausend Jahren verwendet wird. Er wurde über diese lange Zeit hinweg in immer wieder anderen und neuen Bedeutungen benutzt. So verbinden sich in der indischen Tradition bis heute mit "Yoga" sehr unterschiedliche Vorstellungen, unter anderem folgende:

  •  Ein "Mittel" jedweder Art, mit dem man ein angestrebtes Ziel erreicht.
  • Eine "Übung", ohne Festlegung eines besonderen Inhaltes.
  • Das "Joch", das zwei Ochsen vor einem Karren zu vereinter Kraft miteinander verbindet. In diesem Sinne bezeichnet es eine enge Verbindung. Ein "Joc"« kann auch für Disziplin stehen, ein organisiertes Bemühen um etwas Erwünschtes.
  • Eeine "gelungene Anbindung" an eine höhere Kraft, etwa an Gott.

Begrifflich klar definiert wurde Yoga in einem Werk, das vor etwa 2.000 Jahren unter dem Titel „Yoga Sûtra“ („Der Leitfaden des Yoga“) rasch Verbreitung fand. Sein Autor Patañjali begründete in 195 kurzen Merksätzen ein System, das Yoga in eindeutiger Weise definiert: Yoga ist eine Methode, den Geist zu beruhigen, zu sammeln und auszurichten. In Patañjalis Werk wird der Begriff Yoga zu einem Synonym für einen ruhigen und ausgerichteten Geist.

Ein guter Rat zum Schluss: Übertriebener und falscher Ehrgeiz beim Üben können auch schaden. Wenn Sie sich für Yoga interessieren, sollte nicht nur nach Büchern, sondern in einer Stunde unter Anleitung eines qualifizierten Lehrers erlernt werden. Es gibt immer und überfall Schnupperstunden! (marlene bienert)

Mehr Info: Österreichs Yogaguide